Der Ölpreis nach dem Jahrhundertcrash

Gelingt auch in Zeiten pandemischer Weltereignisse ein großes Comeback?

Nach dem Absturz vom März, der zweifellos historische Ausmaße hatte, stellt sich der geneigte Kapitalmarktanalyst die Frage, ob der Ölpreis vor einem breiten Reversal oder vor einer weiteren Abwärtswelle steht. Die momentane Turnaroundbewegung gemahnt zur Wachsamkeit und scheint nach über 113 % Kursplus in 2 Monaten seit einigen Wochen zum Erliegen gekommen zu sein.

Die Coronakrise hatte die Ölförderländer zu einer massiven Reduzierung der Produktion veranlasst.

Jetzt aber mehren sich die Signale, dass die charttechnischen Ampeln wieder auf dunkelgrün umspringen könnten. Aktuell notiert der Preis für das Barrel Öl der Sorte Brent bei 42 Dollar und weist eine hervorragende Performance auf Quartalssicht auf, wir lehnen uns dennoch aus dem Fenster und sagen für das Jahr 2021 wieder Stände über 100 Dollar voraus.

Die überversorgten Ölmärkte könnten nämlich ab 2021 in ein grundlegendes Angebotsdefizit geraten. Vor allem mit Bezug auf die Entwicklung der Nachfrage und mit Blick auf die OPEC-Kürzungen sind wir viel optimistischer als noch vor einigen Monaten. Wir glauben, dass sich die Nachfrage aus dem Transportsektor mit einer höheren Geschwindigkeit erholen könnte als wir ursprünglich angenommen haben.

Auch die OPEC wird wahrscheinlich größere Fördermengen zurückhalten als wir es vor drei Monaten erwartet haben. Dies dürfte dazu führen, dass sich die immensen Öllagerbestände, die in der Corona-Krise aufliefen, in den meisten Regionen in der zweiten Jahreshälfte 2020 deutlich reduzieren werden.

Zum Jahresende könnte es sogar zu einer Backwardation kommen. Dabei würde dann der Preis für Futures mit einer kürzeren Laufzeit über dem für Futures mit einer längeren Laufzeit liegen - ein Signal für ein Angebotsdefizit.

Das Risiko einer zweiten Corona-Welle besteht zwar, aber ein weltweiter Mega-Lockdown a la März ist unwahrscheinlich Eine größere Gefahr für die Preisentwicklung bei Rohöl kommt von den Produzenten, die ihre Geschäftstätigkeiten heruntergefahren haben, da diese aufgrund der tiefen Ölpreise nicht mehr lukrativ genug waren. Sollte der Ölpreis nun wieder steigen, könnten diese Marktteilnehmer ihre Produktionseinschränkungen aufheben - und so dem Abbau des Überangebots am Markt entgegenwirken.

Die Geschwindigkeit der Preiserholung wird sich unserer Meinung nach allerdings etwas verlangsamen, da der steilste Rückgang bei der Förderung und die schnellste Verbesserung der Nachfrage wahrscheinlich hinter uns liegen.

Es könnte demzufolge durchaus in den nächsten Tagen erneut zu einer Korrektur kommen, da mittlerweile deutliche Überhitzungserscheinungen erkennbar im kurzen Intervall vorliegen.

Zum Jahresende gehen wir jedoch von einem höheren Defizit aus - und von höheren Ölpreisen.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

July 9, 2020

Der Ölpreis nach dem Jahrhundertcrash

Gelingt auch in Zeiten pandemischer Weltereignisse ein großes Comeback?

Nach dem Absturz vom März, der zweifellos historische Ausmaße hatte, stellt sich der geneigte Kapitalmarktanalyst die Frage, ob der Ölpreis vor einem breiten Reversal oder vor einer weiteren Abwärtswelle steht. Die momentane Turnaroundbewegung gemahnt zur Wachsamkeit und scheint nach über 113 % Kursplus in 2 Monaten seit einigen Wochen zum Erliegen gekommen zu sein.

Die Coronakrise hatte die Ölförderländer zu einer massiven Reduzierung der Produktion veranlasst.

Jetzt aber mehren sich die Signale, dass die charttechnischen Ampeln wieder auf dunkelgrün umspringen könnten. Aktuell notiert der Preis für das Barrel Öl der Sorte Brent bei 42 Dollar und weist eine hervorragende Performance auf Quartalssicht auf, wir lehnen uns dennoch aus dem Fenster und sagen für das Jahr 2021 wieder Stände über 100 Dollar voraus.

Die überversorgten Ölmärkte könnten nämlich ab 2021 in ein grundlegendes Angebotsdefizit geraten. Vor allem mit Bezug auf die Entwicklung der Nachfrage und mit Blick auf die OPEC-Kürzungen sind wir viel optimistischer als noch vor einigen Monaten. Wir glauben, dass sich die Nachfrage aus dem Transportsektor mit einer höheren Geschwindigkeit erholen könnte als wir ursprünglich angenommen haben.

Auch die OPEC wird wahrscheinlich größere Fördermengen zurückhalten als wir es vor drei Monaten erwartet haben. Dies dürfte dazu führen, dass sich die immensen Öllagerbestände, die in der Corona-Krise aufliefen, in den meisten Regionen in der zweiten Jahreshälfte 2020 deutlich reduzieren werden.

Zum Jahresende könnte es sogar zu einer Backwardation kommen. Dabei würde dann der Preis für Futures mit einer kürzeren Laufzeit über dem für Futures mit einer längeren Laufzeit liegen - ein Signal für ein Angebotsdefizit.

Das Risiko einer zweiten Corona-Welle besteht zwar, aber ein weltweiter Mega-Lockdown a la März ist unwahrscheinlich Eine größere Gefahr für die Preisentwicklung bei Rohöl kommt von den Produzenten, die ihre Geschäftstätigkeiten heruntergefahren haben, da diese aufgrund der tiefen Ölpreise nicht mehr lukrativ genug waren. Sollte der Ölpreis nun wieder steigen, könnten diese Marktteilnehmer ihre Produktionseinschränkungen aufheben - und so dem Abbau des Überangebots am Markt entgegenwirken.

Die Geschwindigkeit der Preiserholung wird sich unserer Meinung nach allerdings etwas verlangsamen, da der steilste Rückgang bei der Förderung und die schnellste Verbesserung der Nachfrage wahrscheinlich hinter uns liegen.

Es könnte demzufolge durchaus in den nächsten Tagen erneut zu einer Korrektur kommen, da mittlerweile deutliche Überhitzungserscheinungen erkennbar im kurzen Intervall vorliegen.

Zum Jahresende gehen wir jedoch von einem höheren Defizit aus - und von höheren Ölpreisen.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

July 9, 2020

Der Ölpreis nach dem Jahrhundertcrash

Gelingt auch in Zeiten pandemischer Weltereignisse ein großes Comeback?

Nach dem Absturz vom März, der zweifellos historische Ausmaße hatte, stellt sich der geneigte Kapitalmarktanalyst die Frage, ob der Ölpreis vor einem breiten Reversal oder vor einer weiteren Abwärtswelle steht. Die momentane Turnaroundbewegung gemahnt zur Wachsamkeit und scheint nach über 113 % Kursplus in 2 Monaten seit einigen Wochen zum Erliegen gekommen zu sein.

Die Coronakrise hatte die Ölförderländer zu einer massiven Reduzierung der Produktion veranlasst.

Jetzt aber mehren sich die Signale, dass die charttechnischen Ampeln wieder auf dunkelgrün umspringen könnten. Aktuell notiert der Preis für das Barrel Öl der Sorte Brent bei 42 Dollar und weist eine hervorragende Performance auf Quartalssicht auf, wir lehnen uns dennoch aus dem Fenster und sagen für das Jahr 2021 wieder Stände über 100 Dollar voraus.

Die überversorgten Ölmärkte könnten nämlich ab 2021 in ein grundlegendes Angebotsdefizit geraten. Vor allem mit Bezug auf die Entwicklung der Nachfrage und mit Blick auf die OPEC-Kürzungen sind wir viel optimistischer als noch vor einigen Monaten. Wir glauben, dass sich die Nachfrage aus dem Transportsektor mit einer höheren Geschwindigkeit erholen könnte als wir ursprünglich angenommen haben.

Auch die OPEC wird wahrscheinlich größere Fördermengen zurückhalten als wir es vor drei Monaten erwartet haben. Dies dürfte dazu führen, dass sich die immensen Öllagerbestände, die in der Corona-Krise aufliefen, in den meisten Regionen in der zweiten Jahreshälfte 2020 deutlich reduzieren werden.

Zum Jahresende könnte es sogar zu einer Backwardation kommen. Dabei würde dann der Preis für Futures mit einer kürzeren Laufzeit über dem für Futures mit einer längeren Laufzeit liegen - ein Signal für ein Angebotsdefizit.

Das Risiko einer zweiten Corona-Welle besteht zwar, aber ein weltweiter Mega-Lockdown a la März ist unwahrscheinlich Eine größere Gefahr für die Preisentwicklung bei Rohöl kommt von den Produzenten, die ihre Geschäftstätigkeiten heruntergefahren haben, da diese aufgrund der tiefen Ölpreise nicht mehr lukrativ genug waren. Sollte der Ölpreis nun wieder steigen, könnten diese Marktteilnehmer ihre Produktionseinschränkungen aufheben - und so dem Abbau des Überangebots am Markt entgegenwirken.

Die Geschwindigkeit der Preiserholung wird sich unserer Meinung nach allerdings etwas verlangsamen, da der steilste Rückgang bei der Förderung und die schnellste Verbesserung der Nachfrage wahrscheinlich hinter uns liegen.

Es könnte demzufolge durchaus in den nächsten Tagen erneut zu einer Korrektur kommen, da mittlerweile deutliche Überhitzungserscheinungen erkennbar im kurzen Intervall vorliegen.

Zum Jahresende gehen wir jedoch von einem höheren Defizit aus - und von höheren Ölpreisen.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

Die letzten News:

No items found.