Der Steuerzahler rettet Karstadt-Kaufhof - Ist die Marktwirtschaft auf den Kopf gestellt?

Diese Meldung elektrisierte vor wenigen Handelstagen die deutsche Öffentlichkeit:

Die Bundesregierung hilft dem finanziell nicht nur durch Corona arg gebeutelten Warenhauskonzern KarstadtKaufhof mit einem nahezu 500-Millionen Euro schweren Darlehen unter die Arme. Organisiert wird dieses historische Unterstützungspaket über den sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds, den die Merkel-Administration im Rahmen der Pandemie geschaffen hat. Nach Bekunden von Wirtschaftsminister Altmaier geht es darum, 80.000 Arbeitsplätze zu sichern.

Die Krux hierbei: Eigentlich sollte der WSF nur dann helfen, wenn ein Konzern vor der Pandemie ein funktionierendes Geschäftsmodell hatte und es eine Fortführungsperspektive gibt. Beides kann – im Gegensatz zu den Fällen Tui und Lufthansa, die ebenfalls Hilfen vom WSF erhielten – für KarstadtKaufhof seriöserweise nicht reklamiert werden.

Durch den gewaltigen Konkurrenzdruck, der vom Onlinehandel ausgeht, sind die klassischen stationären Handelsriesen seit vielen Jahren schon in Schieflage geraten. Eine Antwort auf diese für das Präsenzgeschäft verheerende Entwicklung war die Fusion der beiden Branchengiganten Kaufhof und Karstadt im Jahr 2018. Es stellte sich allerdings rasch heraus, daß der Zusammenschluß zweier Ertrinkender kein gesundes Unternehmen zur Folge hat. Die erhofften Synergieeffekte blieben überschaubar. Dies bedeutet nichts weniger als daß KarstadtKaufhof schon vor der Corona-Thematik unmittelbar vor der Abwicklung stand.

Ein schlagkräftiges Geschäftsmodell wurde bis heute nicht gefunden, und die Corona-Pandemie hat dem Unternehmen einen weiteren schweren Schlag versetzt.Erst im Herbst hat KarstadtKaufhof ein Insolvenzverfahren abgeschlossen, bei dem Gläubiger auf 2,2 Mrd. € verzichtet haben, beinahe 50 Filialen geschlossen wurden und 4000 Stellen gestrichen worden sind. Übrig blieben rund 130 Warenhäuser. Doch die zweite Zwangsschliessung im Dezember hat den Konzern nun schon wieder in die Bredouille gebracht.

Eigentlich ist die Inanspruchnahme des Darlehens also ein Betrug am Steuerzahler, denn der Warenhausplayer erfüllt die vorgegebenen Kriterien für die Auslösung einer solchen unterstützenden Maßnahme nicht im Ansatz. Altmaier begründet seinen Coup wie folgt:

Karstadt und Kaufhof seien unverzichtbar für viele Fußgängerzonen. Die Unterstützung helfe, Arbeitsplätze in den 131 Warenhäuser zu sichern und die schwierige Lage für das Unternehmen in der Corona-Pandemie zu überbrücken.

Also das soll ein Argument für die angebliche “Systemrelevanz” eines Unternehmens sein?

Für jeden Martkwirtschaftler ist dies der ultimative Bankrottbescheid. Da muß man nicht Hayekianer sein und der Österreichischen Schule angehören.

Selbstverfreilich jubelt Konzernchef-Chef Miguel Müllenbach und versichert gleißnerisch, daß es keine Nachteile für den Steuerzahler geben wird. In Wahrheit sind aber Kaufhäuser nicht mehr der Anker der Innenstädte, denn auch die Innenstädte werden sich ändern. Paradigmenwechsel in der Wirtschaft lassen sich nicht aufhalten- das wird der Bundesmichel noch schnell zu spüren bekommen.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

February 1, 2021

Der Steuerzahler rettet Karstadt-Kaufhof - Ist die Marktwirtschaft auf den Kopf gestellt?

Diese Meldung elektrisierte vor wenigen Handelstagen die deutsche Öffentlichkeit:

Die Bundesregierung hilft dem finanziell nicht nur durch Corona arg gebeutelten Warenhauskonzern KarstadtKaufhof mit einem nahezu 500-Millionen Euro schweren Darlehen unter die Arme. Organisiert wird dieses historische Unterstützungspaket über den sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds, den die Merkel-Administration im Rahmen der Pandemie geschaffen hat. Nach Bekunden von Wirtschaftsminister Altmaier geht es darum, 80.000 Arbeitsplätze zu sichern.

Die Krux hierbei: Eigentlich sollte der WSF nur dann helfen, wenn ein Konzern vor der Pandemie ein funktionierendes Geschäftsmodell hatte und es eine Fortführungsperspektive gibt. Beides kann – im Gegensatz zu den Fällen Tui und Lufthansa, die ebenfalls Hilfen vom WSF erhielten – für KarstadtKaufhof seriöserweise nicht reklamiert werden.

Durch den gewaltigen Konkurrenzdruck, der vom Onlinehandel ausgeht, sind die klassischen stationären Handelsriesen seit vielen Jahren schon in Schieflage geraten. Eine Antwort auf diese für das Präsenzgeschäft verheerende Entwicklung war die Fusion der beiden Branchengiganten Kaufhof und Karstadt im Jahr 2018. Es stellte sich allerdings rasch heraus, daß der Zusammenschluß zweier Ertrinkender kein gesundes Unternehmen zur Folge hat. Die erhofften Synergieeffekte blieben überschaubar. Dies bedeutet nichts weniger als daß KarstadtKaufhof schon vor der Corona-Thematik unmittelbar vor der Abwicklung stand.

Ein schlagkräftiges Geschäftsmodell wurde bis heute nicht gefunden, und die Corona-Pandemie hat dem Unternehmen einen weiteren schweren Schlag versetzt.Erst im Herbst hat KarstadtKaufhof ein Insolvenzverfahren abgeschlossen, bei dem Gläubiger auf 2,2 Mrd. € verzichtet haben, beinahe 50 Filialen geschlossen wurden und 4000 Stellen gestrichen worden sind. Übrig blieben rund 130 Warenhäuser. Doch die zweite Zwangsschliessung im Dezember hat den Konzern nun schon wieder in die Bredouille gebracht.

Eigentlich ist die Inanspruchnahme des Darlehens also ein Betrug am Steuerzahler, denn der Warenhausplayer erfüllt die vorgegebenen Kriterien für die Auslösung einer solchen unterstützenden Maßnahme nicht im Ansatz. Altmaier begründet seinen Coup wie folgt:

Karstadt und Kaufhof seien unverzichtbar für viele Fußgängerzonen. Die Unterstützung helfe, Arbeitsplätze in den 131 Warenhäuser zu sichern und die schwierige Lage für das Unternehmen in der Corona-Pandemie zu überbrücken.

Also das soll ein Argument für die angebliche “Systemrelevanz” eines Unternehmens sein?

Für jeden Martkwirtschaftler ist dies der ultimative Bankrottbescheid. Da muß man nicht Hayekianer sein und der Österreichischen Schule angehören.

Selbstverfreilich jubelt Konzernchef-Chef Miguel Müllenbach und versichert gleißnerisch, daß es keine Nachteile für den Steuerzahler geben wird. In Wahrheit sind aber Kaufhäuser nicht mehr der Anker der Innenstädte, denn auch die Innenstädte werden sich ändern. Paradigmenwechsel in der Wirtschaft lassen sich nicht aufhalten- das wird der Bundesmichel noch schnell zu spüren bekommen.

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February 1, 2021

Der Steuerzahler rettet Karstadt-Kaufhof - Ist die Marktwirtschaft auf den Kopf gestellt?

Diese Meldung elektrisierte vor wenigen Handelstagen die deutsche Öffentlichkeit:

Die Bundesregierung hilft dem finanziell nicht nur durch Corona arg gebeutelten Warenhauskonzern KarstadtKaufhof mit einem nahezu 500-Millionen Euro schweren Darlehen unter die Arme. Organisiert wird dieses historische Unterstützungspaket über den sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds, den die Merkel-Administration im Rahmen der Pandemie geschaffen hat. Nach Bekunden von Wirtschaftsminister Altmaier geht es darum, 80.000 Arbeitsplätze zu sichern.

Die Krux hierbei: Eigentlich sollte der WSF nur dann helfen, wenn ein Konzern vor der Pandemie ein funktionierendes Geschäftsmodell hatte und es eine Fortführungsperspektive gibt. Beides kann – im Gegensatz zu den Fällen Tui und Lufthansa, die ebenfalls Hilfen vom WSF erhielten – für KarstadtKaufhof seriöserweise nicht reklamiert werden.

Durch den gewaltigen Konkurrenzdruck, der vom Onlinehandel ausgeht, sind die klassischen stationären Handelsriesen seit vielen Jahren schon in Schieflage geraten. Eine Antwort auf diese für das Präsenzgeschäft verheerende Entwicklung war die Fusion der beiden Branchengiganten Kaufhof und Karstadt im Jahr 2018. Es stellte sich allerdings rasch heraus, daß der Zusammenschluß zweier Ertrinkender kein gesundes Unternehmen zur Folge hat. Die erhofften Synergieeffekte blieben überschaubar. Dies bedeutet nichts weniger als daß KarstadtKaufhof schon vor der Corona-Thematik unmittelbar vor der Abwicklung stand.

Ein schlagkräftiges Geschäftsmodell wurde bis heute nicht gefunden, und die Corona-Pandemie hat dem Unternehmen einen weiteren schweren Schlag versetzt.Erst im Herbst hat KarstadtKaufhof ein Insolvenzverfahren abgeschlossen, bei dem Gläubiger auf 2,2 Mrd. € verzichtet haben, beinahe 50 Filialen geschlossen wurden und 4000 Stellen gestrichen worden sind. Übrig blieben rund 130 Warenhäuser. Doch die zweite Zwangsschliessung im Dezember hat den Konzern nun schon wieder in die Bredouille gebracht.

Eigentlich ist die Inanspruchnahme des Darlehens also ein Betrug am Steuerzahler, denn der Warenhausplayer erfüllt die vorgegebenen Kriterien für die Auslösung einer solchen unterstützenden Maßnahme nicht im Ansatz. Altmaier begründet seinen Coup wie folgt:

Karstadt und Kaufhof seien unverzichtbar für viele Fußgängerzonen. Die Unterstützung helfe, Arbeitsplätze in den 131 Warenhäuser zu sichern und die schwierige Lage für das Unternehmen in der Corona-Pandemie zu überbrücken.

Also das soll ein Argument für die angebliche “Systemrelevanz” eines Unternehmens sein?

Für jeden Martkwirtschaftler ist dies der ultimative Bankrottbescheid. Da muß man nicht Hayekianer sein und der Österreichischen Schule angehören.

Selbstverfreilich jubelt Konzernchef-Chef Miguel Müllenbach und versichert gleißnerisch, daß es keine Nachteile für den Steuerzahler geben wird. In Wahrheit sind aber Kaufhäuser nicht mehr der Anker der Innenstädte, denn auch die Innenstädte werden sich ändern. Paradigmenwechsel in der Wirtschaft lassen sich nicht aufhalten- das wird der Bundesmichel noch schnell zu spüren bekommen.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

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