Gazprom im Chaos

Wie der russische Energieriese dem Wirbel um North Stream 2 mit aller Kraft standzuhalten versucht

Der russische Energiegigant Gazprom ist seit einigen Jahren Protagonist in einem unrühmlichen Schauspiel, das den Namen “North Stream 2” trägt und das wie in einem Brennglas die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hochkomplexe und vor allem für Westeuropa gefährliche geostrategische Lage, die mit Neuorientierung und Identitätsbestimmung korreliert, sichtbar macht.

Die USA versuchen, das EU-Rußland Pipeline-Projekt mit allen Mitteln zu torpedieren. Der Druck ist extrem hoch. Die EU ist der größte mengenmäßige Abnehmer von Erdgas. Sah es lange Zeit so aus, dass der Gazprom-Konzern zwischen den Interessen der politischen  Hauptakteure geradezu zerrieben werden könnte, deutet sich nun überraschend ein Lichtblick an, der auch für potentielle Gazprom-Anteilseigner wichtig werden könnte.

Die EU-Pipeline soll künftig den Absatzweg weiter sichern und festigen. Entsprechend ist die Fertigstellung für Investoren besonders wichtig.

Wie mehrere Meldungen zu Beginn der neuen Woche bestätigt haben, ist jetzt eine womöglich letzte regulatorische Hürde genommen worden.
Demnach haben die dänischen Behörden grünes Licht für die Finalisierung des Projektes gegeben. Die russischen Schiffe können mit dem Bau der letzten Kilometer zum Abschluss der EU-Pipeline beginnen.

Das schließt die Erlaubnis zum Einsatz von Spezialschiffen, um den Bau der noch fehlenden Kilometer zu realisieren, ein. Da diese in dänischen Hoheitsgewässern verlegt werden müssen, ist diese gesetzliche Hürde ein Erfordernis gewesen, das erneut bestätigt werden musste, da Nord Stream 2 nicht wie ursprünglich geplant im letzten Jahr bereits fertiggestellt werden konnte.

Dänemark hat damit ein Signal gesetzt: Die USA werden damit rechnen müssen, dass die EU der immensen Drohkulisse vom Potomac standhalten könnte und dass im Ergebnis die europäische Geschlossenheit sogar größer sein dürfte als vor dem eskalierenden Konflikt. Dänemarks klare Haltung könnte ein Fanal für andere europäische Staaten sein, also auch für Deutschland, den aggressiv auftretenden Amerikanern die Stirn zu bieten und eine neue europäische Souveränität zu begründen.

In dieses Bild paßt auch die kolportierte Absicht einiger EU-Länder, die Vereinigten Staaten ebenfalls mit Sanktionen zu belegen. North Stream 2 ist jedenfalls durch Dänemarks Standhaftigkeit ein gutes Stück wahrscheinlicher geworden. Für den russischen Gasproduzenten Gazprom, der federführend an diesem Projekt beteiligt ist, ein  sehr gutes Zeichen.

Das derzeitige Kursniveau der Aktie beläuft sich auf umgerechnet 184,30 Russische Rubel. Bei einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 53,46 Russische Rubel liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 3,44. Bei einer zuletzt ausgezahlten Dividende in Höhe von 15,24 Russischen Rubeln bewegt sich die Dividendenrendite jetzt bei 8,26 %. Eine ausgesprochen günstige Zahl. Ein Investment auf aktuellem Bewertungsniveau könnte sich durchaus lohnen.

Allerdings sollten Privatinvestoren vorsichtig bleiben, denn solange North Stream 2 nicht endgültig in trockenen Tüchern ist und die Öl/Gaspreise weiter im historischen Mittel erschreckend schwach bleiben, ist auch die Gazprom-Investition ein riskantes Unterfangen.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

August 10, 2020

Gazprom im Chaos

Wie der russische Energieriese dem Wirbel um North Stream 2 mit aller Kraft standzuhalten versucht

Der russische Energiegigant Gazprom ist seit einigen Jahren Protagonist in einem unrühmlichen Schauspiel, das den Namen “North Stream 2” trägt und das wie in einem Brennglas die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hochkomplexe und vor allem für Westeuropa gefährliche geostrategische Lage, die mit Neuorientierung und Identitätsbestimmung korreliert, sichtbar macht.

Die USA versuchen, das EU-Rußland Pipeline-Projekt mit allen Mitteln zu torpedieren. Der Druck ist extrem hoch. Die EU ist der größte mengenmäßige Abnehmer von Erdgas. Sah es lange Zeit so aus, dass der Gazprom-Konzern zwischen den Interessen der politischen  Hauptakteure geradezu zerrieben werden könnte, deutet sich nun überraschend ein Lichtblick an, der auch für potentielle Gazprom-Anteilseigner wichtig werden könnte.

Die EU-Pipeline soll künftig den Absatzweg weiter sichern und festigen. Entsprechend ist die Fertigstellung für Investoren besonders wichtig.

Wie mehrere Meldungen zu Beginn der neuen Woche bestätigt haben, ist jetzt eine womöglich letzte regulatorische Hürde genommen worden.
Demnach haben die dänischen Behörden grünes Licht für die Finalisierung des Projektes gegeben. Die russischen Schiffe können mit dem Bau der letzten Kilometer zum Abschluss der EU-Pipeline beginnen.

Das schließt die Erlaubnis zum Einsatz von Spezialschiffen, um den Bau der noch fehlenden Kilometer zu realisieren, ein. Da diese in dänischen Hoheitsgewässern verlegt werden müssen, ist diese gesetzliche Hürde ein Erfordernis gewesen, das erneut bestätigt werden musste, da Nord Stream 2 nicht wie ursprünglich geplant im letzten Jahr bereits fertiggestellt werden konnte.

Dänemark hat damit ein Signal gesetzt: Die USA werden damit rechnen müssen, dass die EU der immensen Drohkulisse vom Potomac standhalten könnte und dass im Ergebnis die europäische Geschlossenheit sogar größer sein dürfte als vor dem eskalierenden Konflikt. Dänemarks klare Haltung könnte ein Fanal für andere europäische Staaten sein, also auch für Deutschland, den aggressiv auftretenden Amerikanern die Stirn zu bieten und eine neue europäische Souveränität zu begründen.

In dieses Bild paßt auch die kolportierte Absicht einiger EU-Länder, die Vereinigten Staaten ebenfalls mit Sanktionen zu belegen. North Stream 2 ist jedenfalls durch Dänemarks Standhaftigkeit ein gutes Stück wahrscheinlicher geworden. Für den russischen Gasproduzenten Gazprom, der federführend an diesem Projekt beteiligt ist, ein  sehr gutes Zeichen.

Das derzeitige Kursniveau der Aktie beläuft sich auf umgerechnet 184,30 Russische Rubel. Bei einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 53,46 Russische Rubel liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 3,44. Bei einer zuletzt ausgezahlten Dividende in Höhe von 15,24 Russischen Rubeln bewegt sich die Dividendenrendite jetzt bei 8,26 %. Eine ausgesprochen günstige Zahl. Ein Investment auf aktuellem Bewertungsniveau könnte sich durchaus lohnen.

Allerdings sollten Privatinvestoren vorsichtig bleiben, denn solange North Stream 2 nicht endgültig in trockenen Tüchern ist und die Öl/Gaspreise weiter im historischen Mittel erschreckend schwach bleiben, ist auch die Gazprom-Investition ein riskantes Unterfangen.

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August 10, 2020

Gazprom im Chaos

Wie der russische Energieriese dem Wirbel um North Stream 2 mit aller Kraft standzuhalten versucht

Der russische Energiegigant Gazprom ist seit einigen Jahren Protagonist in einem unrühmlichen Schauspiel, das den Namen “North Stream 2” trägt und das wie in einem Brennglas die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hochkomplexe und vor allem für Westeuropa gefährliche geostrategische Lage, die mit Neuorientierung und Identitätsbestimmung korreliert, sichtbar macht.

Die USA versuchen, das EU-Rußland Pipeline-Projekt mit allen Mitteln zu torpedieren. Der Druck ist extrem hoch. Die EU ist der größte mengenmäßige Abnehmer von Erdgas. Sah es lange Zeit so aus, dass der Gazprom-Konzern zwischen den Interessen der politischen  Hauptakteure geradezu zerrieben werden könnte, deutet sich nun überraschend ein Lichtblick an, der auch für potentielle Gazprom-Anteilseigner wichtig werden könnte.

Die EU-Pipeline soll künftig den Absatzweg weiter sichern und festigen. Entsprechend ist die Fertigstellung für Investoren besonders wichtig.

Wie mehrere Meldungen zu Beginn der neuen Woche bestätigt haben, ist jetzt eine womöglich letzte regulatorische Hürde genommen worden.
Demnach haben die dänischen Behörden grünes Licht für die Finalisierung des Projektes gegeben. Die russischen Schiffe können mit dem Bau der letzten Kilometer zum Abschluss der EU-Pipeline beginnen.

Das schließt die Erlaubnis zum Einsatz von Spezialschiffen, um den Bau der noch fehlenden Kilometer zu realisieren, ein. Da diese in dänischen Hoheitsgewässern verlegt werden müssen, ist diese gesetzliche Hürde ein Erfordernis gewesen, das erneut bestätigt werden musste, da Nord Stream 2 nicht wie ursprünglich geplant im letzten Jahr bereits fertiggestellt werden konnte.

Dänemark hat damit ein Signal gesetzt: Die USA werden damit rechnen müssen, dass die EU der immensen Drohkulisse vom Potomac standhalten könnte und dass im Ergebnis die europäische Geschlossenheit sogar größer sein dürfte als vor dem eskalierenden Konflikt. Dänemarks klare Haltung könnte ein Fanal für andere europäische Staaten sein, also auch für Deutschland, den aggressiv auftretenden Amerikanern die Stirn zu bieten und eine neue europäische Souveränität zu begründen.

In dieses Bild paßt auch die kolportierte Absicht einiger EU-Länder, die Vereinigten Staaten ebenfalls mit Sanktionen zu belegen. North Stream 2 ist jedenfalls durch Dänemarks Standhaftigkeit ein gutes Stück wahrscheinlicher geworden. Für den russischen Gasproduzenten Gazprom, der federführend an diesem Projekt beteiligt ist, ein  sehr gutes Zeichen.

Das derzeitige Kursniveau der Aktie beläuft sich auf umgerechnet 184,30 Russische Rubel. Bei einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 53,46 Russische Rubel liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 3,44. Bei einer zuletzt ausgezahlten Dividende in Höhe von 15,24 Russischen Rubeln bewegt sich die Dividendenrendite jetzt bei 8,26 %. Eine ausgesprochen günstige Zahl. Ein Investment auf aktuellem Bewertungsniveau könnte sich durchaus lohnen.

Allerdings sollten Privatinvestoren vorsichtig bleiben, denn solange North Stream 2 nicht endgültig in trockenen Tüchern ist und die Öl/Gaspreise weiter im historischen Mittel erschreckend schwach bleiben, ist auch die Gazprom-Investition ein riskantes Unterfangen.

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