Nach dem Fall Wirecard durchlebt der Finanzstandort Deutschland mit der Causa Grenke einen zweiten handfesten Wirtschaftsskandal.

Wieder ist es der Investor Fraser Perring über sein Medium Viceroy Research, der schwere Anschuldigungen gegen ein deutsches Unternehmen erhebt. Und wieder scheint an der Angelegenheit etwas dran zu sein.

Gerät die deutsche Finanzaufsicht BAFIN bei Wirecard immer stärker unter Beschuß, möchte man jetzt offenbar die Affäre Grenke dazu nutzen, Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Oder geht es nur um Schadensbegrenzung und erweist sich die straffe Vorgehensweise bei Grenke als groß aufgezogenes Ablenkungsmanöver

Jedenfalls zieht die BAFIn die Überprüfung des Jahresabschlusses 2019 der Leasingfirma Grenke an sich.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe Mitte September hatte sich zunächst die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der Bilanz von Grenke beschäftigt. Zwei Wochen später übernimmt jetzt die Bafin, was ein seltener Vorgang ist.

Geprüft werden unter anderem die Werthaltigkeit von Forderungen aus Leasingverträgen sowie von Geschäfts- und Firmenwerten. Darüber hinaus nimmt die Bafin Angaben zu Beziehungen und Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Personen oder Unternehmen im Konzernanhang“unter die Lupe.

Anders als bei Wirecard untersteht bei Grenke die gesamte Unternehmensgruppe der Aufsicht der Bafin. Deshalb kann die Bonner Behörde dort Sonderprüfungen durchführen.

Derweil geht es beim Grenke Konzern drunter und drüber. Patriarch Wolfgang Grenke kündigte an, sein Mandat als stellvertretender Aufsichtsratschef ruhen zu lassen. Synchron wurden Prüfungen der umstrittenen Franchise-Deals und eine mögliche Umstrukturierung dieses Bereichs inklusive der Übernahme von Franchise-Gesellschaften in Gang gesetzt.

Dreh-und Angelpunkt des Skandals ist wohl die österreichische Gesellschaft CTP Handels- und Beteiligungs GmbH und die Frage, wer über diese die Kontrolle hatte - den Verdacht, dass es hier unter anderem Vorteilsnahme zu Lasten der Aktionäre gegeben haben könnte, hat Grenke bisher nicht ausräumen können.

Viceroy Research läßt nicht locker und veröffentlicht weitere Hinweise, dass Grenke schon vor 2020 - dem Datum, an dem Wolfgang Grenke die CTP-Muttergesellschaft Sacoma erworben hat - Kontrolle über die Wiener CTP gehabt hat. Die Gesellschaft ist ein Schlüsselfaktor im Aufbau und der Startfinanzierung vieler Franchise-Gesellschaften, mit denen Grenke das internationale Geschäft aufbaut. Grenke bestreitet bisher jegliche Kontrolle oder personelle Verflechtung mit CTP.

Die investigativen Redakteure von Viceroy möchten beweisen, dass Grenke auch vor der diesjährigen CTP-Akquisition durch den früheren Konzernchef und Großaktionär Wolfgang Grenke Kontrolle über die Wiener Gesellschaft gehabt hat und die Transaktionen zwischen Grenke und CTP nicht zu marktüblichen Konditionen stattgefunden haben.

In die laufende Verkaufswelle hinein hat allerdings der britische Grenke-Großinvestor Jupiter Fund Management seine Beteiligung an der Gesellschaft aus Baden-Baden erhöht. Zum 16. September kletterte der Anteil der Fondsgesellschaft von 5,004 auf 5,67 Prozent. Am 17. September hat der Verleger und Investor Norman Rentrop seinen Grenke-Anteil über die Meldeschwelle von drei auf 3,24 Prozent ausgebaut.

Der Fondberater Gané stellt sich ebenfalls hinter den Leasinganbieter. „Wir können aus den Vorwürfen keine Anhaltspunkte ableiten, dass der Konzernjahresabschluss der Grenke AG zum 31. Dezember 2019 nicht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt“, so Gané in einer schriftlichen Stellungnahme.

Ist es also schon wieder klug, bei Grenke ein Investment in Erwägung zu ziehen? Wir raten inständig dazu, mit Käufen vorsichtig zu sein.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

October 2, 2020

Nach dem Fall Wirecard durchlebt der Finanzstandort Deutschland mit der Causa Grenke einen zweiten handfesten Wirtschaftsskandal.

Wieder ist es der Investor Fraser Perring über sein Medium Viceroy Research, der schwere Anschuldigungen gegen ein deutsches Unternehmen erhebt. Und wieder scheint an der Angelegenheit etwas dran zu sein.

Gerät die deutsche Finanzaufsicht BAFIN bei Wirecard immer stärker unter Beschuß, möchte man jetzt offenbar die Affäre Grenke dazu nutzen, Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Oder geht es nur um Schadensbegrenzung und erweist sich die straffe Vorgehensweise bei Grenke als groß aufgezogenes Ablenkungsmanöver

Jedenfalls zieht die BAFIn die Überprüfung des Jahresabschlusses 2019 der Leasingfirma Grenke an sich.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe Mitte September hatte sich zunächst die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der Bilanz von Grenke beschäftigt. Zwei Wochen später übernimmt jetzt die Bafin, was ein seltener Vorgang ist.

Geprüft werden unter anderem die Werthaltigkeit von Forderungen aus Leasingverträgen sowie von Geschäfts- und Firmenwerten. Darüber hinaus nimmt die Bafin Angaben zu Beziehungen und Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Personen oder Unternehmen im Konzernanhang“unter die Lupe.

Anders als bei Wirecard untersteht bei Grenke die gesamte Unternehmensgruppe der Aufsicht der Bafin. Deshalb kann die Bonner Behörde dort Sonderprüfungen durchführen.

Derweil geht es beim Grenke Konzern drunter und drüber. Patriarch Wolfgang Grenke kündigte an, sein Mandat als stellvertretender Aufsichtsratschef ruhen zu lassen. Synchron wurden Prüfungen der umstrittenen Franchise-Deals und eine mögliche Umstrukturierung dieses Bereichs inklusive der Übernahme von Franchise-Gesellschaften in Gang gesetzt.

Dreh-und Angelpunkt des Skandals ist wohl die österreichische Gesellschaft CTP Handels- und Beteiligungs GmbH und die Frage, wer über diese die Kontrolle hatte - den Verdacht, dass es hier unter anderem Vorteilsnahme zu Lasten der Aktionäre gegeben haben könnte, hat Grenke bisher nicht ausräumen können.

Viceroy Research läßt nicht locker und veröffentlicht weitere Hinweise, dass Grenke schon vor 2020 - dem Datum, an dem Wolfgang Grenke die CTP-Muttergesellschaft Sacoma erworben hat - Kontrolle über die Wiener CTP gehabt hat. Die Gesellschaft ist ein Schlüsselfaktor im Aufbau und der Startfinanzierung vieler Franchise-Gesellschaften, mit denen Grenke das internationale Geschäft aufbaut. Grenke bestreitet bisher jegliche Kontrolle oder personelle Verflechtung mit CTP.

Die investigativen Redakteure von Viceroy möchten beweisen, dass Grenke auch vor der diesjährigen CTP-Akquisition durch den früheren Konzernchef und Großaktionär Wolfgang Grenke Kontrolle über die Wiener Gesellschaft gehabt hat und die Transaktionen zwischen Grenke und CTP nicht zu marktüblichen Konditionen stattgefunden haben.

In die laufende Verkaufswelle hinein hat allerdings der britische Grenke-Großinvestor Jupiter Fund Management seine Beteiligung an der Gesellschaft aus Baden-Baden erhöht. Zum 16. September kletterte der Anteil der Fondsgesellschaft von 5,004 auf 5,67 Prozent. Am 17. September hat der Verleger und Investor Norman Rentrop seinen Grenke-Anteil über die Meldeschwelle von drei auf 3,24 Prozent ausgebaut.

Der Fondberater Gané stellt sich ebenfalls hinter den Leasinganbieter. „Wir können aus den Vorwürfen keine Anhaltspunkte ableiten, dass der Konzernjahresabschluss der Grenke AG zum 31. Dezember 2019 nicht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt“, so Gané in einer schriftlichen Stellungnahme.

Ist es also schon wieder klug, bei Grenke ein Investment in Erwägung zu ziehen? Wir raten inständig dazu, mit Käufen vorsichtig zu sein.

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October 2, 2020

Nach dem Fall Wirecard durchlebt der Finanzstandort Deutschland mit der Causa Grenke einen zweiten handfesten Wirtschaftsskandal.

Wieder ist es der Investor Fraser Perring über sein Medium Viceroy Research, der schwere Anschuldigungen gegen ein deutsches Unternehmen erhebt. Und wieder scheint an der Angelegenheit etwas dran zu sein.

Gerät die deutsche Finanzaufsicht BAFIN bei Wirecard immer stärker unter Beschuß, möchte man jetzt offenbar die Affäre Grenke dazu nutzen, Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Oder geht es nur um Schadensbegrenzung und erweist sich die straffe Vorgehensweise bei Grenke als groß aufgezogenes Ablenkungsmanöver

Jedenfalls zieht die BAFIn die Überprüfung des Jahresabschlusses 2019 der Leasingfirma Grenke an sich.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe Mitte September hatte sich zunächst die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) mit der Bilanz von Grenke beschäftigt. Zwei Wochen später übernimmt jetzt die Bafin, was ein seltener Vorgang ist.

Geprüft werden unter anderem die Werthaltigkeit von Forderungen aus Leasingverträgen sowie von Geschäfts- und Firmenwerten. Darüber hinaus nimmt die Bafin Angaben zu Beziehungen und Geschäftsvorfällen mit nahestehenden Personen oder Unternehmen im Konzernanhang“unter die Lupe.

Anders als bei Wirecard untersteht bei Grenke die gesamte Unternehmensgruppe der Aufsicht der Bafin. Deshalb kann die Bonner Behörde dort Sonderprüfungen durchführen.

Derweil geht es beim Grenke Konzern drunter und drüber. Patriarch Wolfgang Grenke kündigte an, sein Mandat als stellvertretender Aufsichtsratschef ruhen zu lassen. Synchron wurden Prüfungen der umstrittenen Franchise-Deals und eine mögliche Umstrukturierung dieses Bereichs inklusive der Übernahme von Franchise-Gesellschaften in Gang gesetzt.

Dreh-und Angelpunkt des Skandals ist wohl die österreichische Gesellschaft CTP Handels- und Beteiligungs GmbH und die Frage, wer über diese die Kontrolle hatte - den Verdacht, dass es hier unter anderem Vorteilsnahme zu Lasten der Aktionäre gegeben haben könnte, hat Grenke bisher nicht ausräumen können.

Viceroy Research läßt nicht locker und veröffentlicht weitere Hinweise, dass Grenke schon vor 2020 - dem Datum, an dem Wolfgang Grenke die CTP-Muttergesellschaft Sacoma erworben hat - Kontrolle über die Wiener CTP gehabt hat. Die Gesellschaft ist ein Schlüsselfaktor im Aufbau und der Startfinanzierung vieler Franchise-Gesellschaften, mit denen Grenke das internationale Geschäft aufbaut. Grenke bestreitet bisher jegliche Kontrolle oder personelle Verflechtung mit CTP.

Die investigativen Redakteure von Viceroy möchten beweisen, dass Grenke auch vor der diesjährigen CTP-Akquisition durch den früheren Konzernchef und Großaktionär Wolfgang Grenke Kontrolle über die Wiener Gesellschaft gehabt hat und die Transaktionen zwischen Grenke und CTP nicht zu marktüblichen Konditionen stattgefunden haben.

In die laufende Verkaufswelle hinein hat allerdings der britische Grenke-Großinvestor Jupiter Fund Management seine Beteiligung an der Gesellschaft aus Baden-Baden erhöht. Zum 16. September kletterte der Anteil der Fondsgesellschaft von 5,004 auf 5,67 Prozent. Am 17. September hat der Verleger und Investor Norman Rentrop seinen Grenke-Anteil über die Meldeschwelle von drei auf 3,24 Prozent ausgebaut.

Der Fondberater Gané stellt sich ebenfalls hinter den Leasinganbieter. „Wir können aus den Vorwürfen keine Anhaltspunkte ableiten, dass der Konzernjahresabschluss der Grenke AG zum 31. Dezember 2019 nicht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt“, so Gané in einer schriftlichen Stellungnahme.

Ist es also schon wieder klug, bei Grenke ein Investment in Erwägung zu ziehen? Wir raten inständig dazu, mit Käufen vorsichtig zu sein.

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