Siemens im Ausnahmezustand

Großes SpinOff soll Rendite des Kerngeschäfts deutlich steigern!

In diesem Sommer wird sich die größte Abspaltung in der Konzerngeschichte von Siemens vollziehen: Die Sparte Siemens Energy (SE) soll aus dem Unternehmen ausgegliedert werden und darf fortan ein eigenständiges Börsenleben fristen.

Mit fast 30 Milliarden Euro Umsatz und 91.000 Mitarbeitern bildete dieser Sektor bislang rund ein gutes Drittel des Gesamtkonzerns ab. Damit ist das SpinOff gewichtiger als die meisten börsengelisteten Unternehmen in Deutschland. Die dargelegten Kennziffern bescheinigen SE denn auch eine Eigenkapitalquote von rund 38 Prozent, beim Start gut zwei Milliarden Euro Nettocash sowie, Stand Ende März, 81 Milliarden Euro an Orders in den Büchern. Die weltweit installierte Energieleistung soll sich bis 2040 verdoppeln.

Allerdings zeigen sich auch Schattenseiten:

Der Großteil des Geschäfts ist fossil. Der Bereich Gas & Power, der Gasturbinen, Kraftwerke und Förderausrüstung bereitstellt, wird seit Jahren restrukturiert. Immerhin fällt 30 Prozent des SE-Geschäfts schon auf den Bereich Windkraftanlagen.Beim Börsengang wird die Siemens AG noch mit 35,1 Prozent beteiligt sein, die Beteiligung dann aber binnen 12 bis 18 Monaten weiter deutlich reduzieren.  

Siemens gibt die Energie-Sparte schuldenfrei und mit einer Liquiditätsspritze von 2,1 Milliarden Euro an die Aktionäre weiter, die Ende September für je zwei Siemens-Aktien eine von Siemens Energy ins Depot gebucht bekommen. Sie halten dann 55 Prozent der Anteile an der Siemens Energy AG. 9,9 Prozent liegen beim Siemens Pension Trust, der das Paket ebenfalls nach und nach auf den Markt werfen dürfte, um die Betriebsrenten für die Belegschaft zahlen zu können. Wie die Siemens AG soll auch Siemens Energy 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausschütten - im ersten Halbjahr 2019/20 (Ende März) standen freilich mehr als 300 Millionen Euro Verlust vor Steuern zu Buche.

Die Strategie von Siemens ist erkennbar:

Der Konzern soll in seinem zentralen Business der Automatisierungslösungen für die Industrie, Bau- und Infrastrukturtechnik sowie Züge attraktiver für Investoren werden. Der Münchner Elektronikriese ist an der Börse gut 80 Milliarden Euro wert, knapp die Hälfte davon entfällt auf die Beteiligung an der schon vor zwei Jahren abgespaltenen Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers.

Der neuen Aktie Siemens Energy stehen schon zu Beginn unruhige Zeiten bevor: Viele Fonds und institutionelle Marktakteure stehen sofort unter Verkaufdruck.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

June 24, 2020

Siemens im Ausnahmezustand

Großes SpinOff soll Rendite des Kerngeschäfts deutlich steigern!

In diesem Sommer wird sich die größte Abspaltung in der Konzerngeschichte von Siemens vollziehen: Die Sparte Siemens Energy (SE) soll aus dem Unternehmen ausgegliedert werden und darf fortan ein eigenständiges Börsenleben fristen.

Mit fast 30 Milliarden Euro Umsatz und 91.000 Mitarbeitern bildete dieser Sektor bislang rund ein gutes Drittel des Gesamtkonzerns ab. Damit ist das SpinOff gewichtiger als die meisten börsengelisteten Unternehmen in Deutschland. Die dargelegten Kennziffern bescheinigen SE denn auch eine Eigenkapitalquote von rund 38 Prozent, beim Start gut zwei Milliarden Euro Nettocash sowie, Stand Ende März, 81 Milliarden Euro an Orders in den Büchern. Die weltweit installierte Energieleistung soll sich bis 2040 verdoppeln.

Allerdings zeigen sich auch Schattenseiten:

Der Großteil des Geschäfts ist fossil. Der Bereich Gas & Power, der Gasturbinen, Kraftwerke und Förderausrüstung bereitstellt, wird seit Jahren restrukturiert. Immerhin fällt 30 Prozent des SE-Geschäfts schon auf den Bereich Windkraftanlagen.Beim Börsengang wird die Siemens AG noch mit 35,1 Prozent beteiligt sein, die Beteiligung dann aber binnen 12 bis 18 Monaten weiter deutlich reduzieren.  

Siemens gibt die Energie-Sparte schuldenfrei und mit einer Liquiditätsspritze von 2,1 Milliarden Euro an die Aktionäre weiter, die Ende September für je zwei Siemens-Aktien eine von Siemens Energy ins Depot gebucht bekommen. Sie halten dann 55 Prozent der Anteile an der Siemens Energy AG. 9,9 Prozent liegen beim Siemens Pension Trust, der das Paket ebenfalls nach und nach auf den Markt werfen dürfte, um die Betriebsrenten für die Belegschaft zahlen zu können. Wie die Siemens AG soll auch Siemens Energy 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausschütten - im ersten Halbjahr 2019/20 (Ende März) standen freilich mehr als 300 Millionen Euro Verlust vor Steuern zu Buche.

Die Strategie von Siemens ist erkennbar:

Der Konzern soll in seinem zentralen Business der Automatisierungslösungen für die Industrie, Bau- und Infrastrukturtechnik sowie Züge attraktiver für Investoren werden. Der Münchner Elektronikriese ist an der Börse gut 80 Milliarden Euro wert, knapp die Hälfte davon entfällt auf die Beteiligung an der schon vor zwei Jahren abgespaltenen Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers.

Der neuen Aktie Siemens Energy stehen schon zu Beginn unruhige Zeiten bevor: Viele Fonds und institutionelle Marktakteure stehen sofort unter Verkaufdruck.

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June 24, 2020

Siemens im Ausnahmezustand

Großes SpinOff soll Rendite des Kerngeschäfts deutlich steigern!

In diesem Sommer wird sich die größte Abspaltung in der Konzerngeschichte von Siemens vollziehen: Die Sparte Siemens Energy (SE) soll aus dem Unternehmen ausgegliedert werden und darf fortan ein eigenständiges Börsenleben fristen.

Mit fast 30 Milliarden Euro Umsatz und 91.000 Mitarbeitern bildete dieser Sektor bislang rund ein gutes Drittel des Gesamtkonzerns ab. Damit ist das SpinOff gewichtiger als die meisten börsengelisteten Unternehmen in Deutschland. Die dargelegten Kennziffern bescheinigen SE denn auch eine Eigenkapitalquote von rund 38 Prozent, beim Start gut zwei Milliarden Euro Nettocash sowie, Stand Ende März, 81 Milliarden Euro an Orders in den Büchern. Die weltweit installierte Energieleistung soll sich bis 2040 verdoppeln.

Allerdings zeigen sich auch Schattenseiten:

Der Großteil des Geschäfts ist fossil. Der Bereich Gas & Power, der Gasturbinen, Kraftwerke und Förderausrüstung bereitstellt, wird seit Jahren restrukturiert. Immerhin fällt 30 Prozent des SE-Geschäfts schon auf den Bereich Windkraftanlagen.Beim Börsengang wird die Siemens AG noch mit 35,1 Prozent beteiligt sein, die Beteiligung dann aber binnen 12 bis 18 Monaten weiter deutlich reduzieren.  

Siemens gibt die Energie-Sparte schuldenfrei und mit einer Liquiditätsspritze von 2,1 Milliarden Euro an die Aktionäre weiter, die Ende September für je zwei Siemens-Aktien eine von Siemens Energy ins Depot gebucht bekommen. Sie halten dann 55 Prozent der Anteile an der Siemens Energy AG. 9,9 Prozent liegen beim Siemens Pension Trust, der das Paket ebenfalls nach und nach auf den Markt werfen dürfte, um die Betriebsrenten für die Belegschaft zahlen zu können. Wie die Siemens AG soll auch Siemens Energy 40 bis 60 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausschütten - im ersten Halbjahr 2019/20 (Ende März) standen freilich mehr als 300 Millionen Euro Verlust vor Steuern zu Buche.

Die Strategie von Siemens ist erkennbar:

Der Konzern soll in seinem zentralen Business der Automatisierungslösungen für die Industrie, Bau- und Infrastrukturtechnik sowie Züge attraktiver für Investoren werden. Der Münchner Elektronikriese ist an der Börse gut 80 Milliarden Euro wert, knapp die Hälfte davon entfällt auf die Beteiligung an der schon vor zwei Jahren abgespaltenen Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers.

Der neuen Aktie Siemens Energy stehen schon zu Beginn unruhige Zeiten bevor: Viele Fonds und institutionelle Marktakteure stehen sofort unter Verkaufdruck.

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