Das Diess-Desaster: Wie ein überforderter Manager das Erbe von Piech und Winterkorn vor die Wand fährt.

Wird VW bald zerschlagen?

Man kann über Martin Winterkorn sagen was man will: dass er am Ende seines Managerlebens aus dem Gleis geraten ist, kriminelle Aktivitäten im Rahmen der Dieselmanipulationen wenn schon nicht initiierte, so doch zumindest tolerierte und dass er ein autoritärer, wenig kompromissbereiter Boss war.

Über den legendären, schon verstorbenen Ferdinand Piech wären wohl noch schärfere Worte bezüglich seines grenzenlos ehrgeizigen, diktatorischen Charakters zu finden.

Eines wird aber auch der unerbittlichste Kritiker der beiden Branchengrößen den umstrittenen Konzernlenkern nicht vorwerfen können: Dass es sich bei Winterkorn und Piech um inkompetente, der Regierung treu ergebene und sich modischen Strömungen hündisch unterwerfende Wirtschaftshasadeure gehandelt hätte.

Bei Herbert Diess kann man sich da längst nicht mehr so sicher sein. Schon seine Kamikazestrategie, den Volkswagenkonzern über Nacht zum reinen Elektrobauer transformieren zu wollen, ließ berechtigte Zweifel an seiner Eignung aufkommen.

Ausgerechnet einen Hersteller, der sich überwiegend im Massenmarkt bewegt, in das Korsett der “Großen Transformation” pressen zu wollen, kommt einem Himmelfahrtskommando gleich. Gerade in den unteren, nicht premiumbehafteten Segmenten ist die Bereitschaft der Kunden, teure und extrem unkomfortable Experimente einzugehen, naturgemäß schwächer ausgeprägt als bei den Luxuswagenkäufern, die schon aus Prestigegründen gerne ein Elektroauto als Zweitfahrzeug erwerben, solange sie den Lamborghini oder zumindest die S-Klasse in der Garage haben und damit von langen Aufladezeiten, geringer Reichweite und kurzer Batterielebensdauer strukturell unabhängig sind. Elektrofahrzeuge muß man sich eben leisten können.

Aber selbst wenn man die von der Merkel-Administration vorgegebene Förderung der Elektromobilität grundsätzlich für eine vernünftige Sache hält, müssen doch zumindest die Alarmglocken läuten, wenn ein Konzernchef eines Massenautomobilproduzenten in vorauseilendem Gehorsam eine abrupte, völlig ansatzlose Kehrtwende in der bis dato erfolgreichen Modellpolitik fährt und von Null auf Hundert ein Jahrhundertexperiment ohne Sicherheitsgurt und schrittweise Übergänge eingeht, dessen Ausgang man nicht einmal erahnen kann und das immense Risiken impliziert, die schlechterdings kaum beherrschbar scheinen.
Einen solchen Aktionismus hätten sich Winterkorn und Piech niemals erlaubt, bei Ihnen standen immer die Profitabilität und die Wünsche des Kunden im Vordergrund, nicht die sklavisch-willfährige Umsetzung einer politischen Agenda und damit das Buhlen um den Applaus der Regierenden.
Zumal beide echte Techniker und fanatisch-detailbesessene Ingenieurskünstler waren, die bis ins kleinste an der Entwicklung ihrer Modelle Anteil nahmen. Das ist der Unterschied zu Schlips-und Kragen Opportunisten, die einen internationalen Autokonzern wie eine Gesamtschule in Essen-Süd führen wollen.
Das ganze Ausmaß des Managementversagens zeigte sich in den zurückliegenden Tagen bei der Diskussion um den neuen Golf und die technischen Probleme. Piech würde sich im Grabe umdrehen.

Der neue Golf 8 entwickelt sich immer deutlicher zu einem echten Fiasko.

Im vergangenen Jahr wurden im Werk Wolfsburg gerade einmal 8392 Golf produziert, geplant waren mehr als 100.000. Und auch in diesem Jahr liefert das Brot-und-Butter-Modell von Volkswagen statt der gewohnten Verkaufsrekorde vor allem Negativ-Schlagzeilen. Viele Kunden müssen länger auf ihren bestellten Golf warten. Zuletzt musste VW gar einen Auslieferungsstopp verhängen, weil der automatische Notruf „eCall“ nicht funktioniert. Und das dürfte noch nicht der Tiefpunkt gewesen sein.

Der Golf ist das Schlüsselprodukt des Konzerns, ein nicht zu überschätzender Imageförderer und seit Jahrzehnten der Gewinntreiber des Unternehmens. Golf und VW- das gehört zusammen und ist Corporate Identity. Wer hier ohne Not die Axt anlegt, versündigt sich an der DNA der Gesamtfirma und entzieht dem VW-Konzern die Zukunftsfähigkeit.

Die vertraulichen Fehleranalysen der Qualitätskontrolle zeigen, dass bereits vor der Corona-Krise und den damit verbundenen Produktionshemmnissen die Defizite dramatisch waren. So rollten beispielsweise am Dienstag, dem 10. März 2020, lediglich 39,2 Prozent der neuesten Golf-Serie fehlerfrei vom Band, also etwas mehr als jeder dritte Wagen. Ein unterirdischer Wert, bestätigen mehrere VW-Ingenieure. Zum Vergleich: Die sogenannte Direktläuferquote (DLQ) für die gesamte Fahrzeugproduktion in Wolfsburg lag an diesem Tag im Schnitt (inklusive Golf 8) bei rund 64 Prozent. Der DLQ-Wert beim Golf 8 sei auch an den anderen Tagen ähnlich niedrig gewesen, so die VW-Ingenieure.

Dass beim Golf 8 mehr Software-Probleme auftauchen als bei seinen Vorgängern, ist angesichts der fortschreitenden Vernetzung von Autos keine Überraschung. Aber die Dimension macht Mitarbeiter aus der technischen Entwicklung ratlos, die hohe Fehlerquote sei bis heute, also nach dem Corona-Produktionsstopp, nicht besser geworden. Die Prozesse würden nicht mehr stimmen.

Und von wo beginnt der Fisch zu stinken? Ja klar, vom Kopf her.

Weil aber nicht anzunehmen ist, dass Herbert Diess freiwillig demissionieren wird, gärt es immens unter der Oberfläche des Unternehmens. Man spricht bereits von Palastrevolution und Putsch. Der Betriebsrat und die Gewerkschaften machen gegen Diess mobil und auch aus gut informierten Kreisen hört man, dass es erhebliche Animositäten im Vorstand gebe.

Eine erste Attacke konnte erfolgreich abgewehrt werden, aber die Lage bleibt angespannt. Hier rächt es sich wieder einmal, dass der Konzern teilweise in staatlicher Hand ist.

Das nächste Waterloo für Diess zeichnet sich am Firmament bereits  ab.  Mit dem  E-Modell VW ID.3 steht der Sargnagel für den Gesamtkonzern in den Startlöchern. Mit völlig unausgereifter Technik wird das Modell auf die Kunden losgelassen.

Wir empfehlen, mit Einstiegen bei der VW Aktie zu warten. Aktuell: Sell!

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

June 4, 2020

Das Diess-Desaster: Wie ein überforderter Manager das Erbe von Piech und Winterkorn vor die Wand fährt.

Wird VW bald zerschlagen?

Man kann über Martin Winterkorn sagen was man will: dass er am Ende seines Managerlebens aus dem Gleis geraten ist, kriminelle Aktivitäten im Rahmen der Dieselmanipulationen wenn schon nicht initiierte, so doch zumindest tolerierte und dass er ein autoritärer, wenig kompromissbereiter Boss war.

Über den legendären, schon verstorbenen Ferdinand Piech wären wohl noch schärfere Worte bezüglich seines grenzenlos ehrgeizigen, diktatorischen Charakters zu finden.

Eines wird aber auch der unerbittlichste Kritiker der beiden Branchengrößen den umstrittenen Konzernlenkern nicht vorwerfen können: Dass es sich bei Winterkorn und Piech um inkompetente, der Regierung treu ergebene und sich modischen Strömungen hündisch unterwerfende Wirtschaftshasadeure gehandelt hätte.

Bei Herbert Diess kann man sich da längst nicht mehr so sicher sein. Schon seine Kamikazestrategie, den Volkswagenkonzern über Nacht zum reinen Elektrobauer transformieren zu wollen, ließ berechtigte Zweifel an seiner Eignung aufkommen.

Ausgerechnet einen Hersteller, der sich überwiegend im Massenmarkt bewegt, in das Korsett der “Großen Transformation” pressen zu wollen, kommt einem Himmelfahrtskommando gleich. Gerade in den unteren, nicht premiumbehafteten Segmenten ist die Bereitschaft der Kunden, teure und extrem unkomfortable Experimente einzugehen, naturgemäß schwächer ausgeprägt als bei den Luxuswagenkäufern, die schon aus Prestigegründen gerne ein Elektroauto als Zweitfahrzeug erwerben, solange sie den Lamborghini oder zumindest die S-Klasse in der Garage haben und damit von langen Aufladezeiten, geringer Reichweite und kurzer Batterielebensdauer strukturell unabhängig sind. Elektrofahrzeuge muß man sich eben leisten können.

Aber selbst wenn man die von der Merkel-Administration vorgegebene Förderung der Elektromobilität grundsätzlich für eine vernünftige Sache hält, müssen doch zumindest die Alarmglocken läuten, wenn ein Konzernchef eines Massenautomobilproduzenten in vorauseilendem Gehorsam eine abrupte, völlig ansatzlose Kehrtwende in der bis dato erfolgreichen Modellpolitik fährt und von Null auf Hundert ein Jahrhundertexperiment ohne Sicherheitsgurt und schrittweise Übergänge eingeht, dessen Ausgang man nicht einmal erahnen kann und das immense Risiken impliziert, die schlechterdings kaum beherrschbar scheinen.
Einen solchen Aktionismus hätten sich Winterkorn und Piech niemals erlaubt, bei Ihnen standen immer die Profitabilität und die Wünsche des Kunden im Vordergrund, nicht die sklavisch-willfährige Umsetzung einer politischen Agenda und damit das Buhlen um den Applaus der Regierenden.
Zumal beide echte Techniker und fanatisch-detailbesessene Ingenieurskünstler waren, die bis ins kleinste an der Entwicklung ihrer Modelle Anteil nahmen. Das ist der Unterschied zu Schlips-und Kragen Opportunisten, die einen internationalen Autokonzern wie eine Gesamtschule in Essen-Süd führen wollen.
Das ganze Ausmaß des Managementversagens zeigte sich in den zurückliegenden Tagen bei der Diskussion um den neuen Golf und die technischen Probleme. Piech würde sich im Grabe umdrehen.

Der neue Golf 8 entwickelt sich immer deutlicher zu einem echten Fiasko.

Im vergangenen Jahr wurden im Werk Wolfsburg gerade einmal 8392 Golf produziert, geplant waren mehr als 100.000. Und auch in diesem Jahr liefert das Brot-und-Butter-Modell von Volkswagen statt der gewohnten Verkaufsrekorde vor allem Negativ-Schlagzeilen. Viele Kunden müssen länger auf ihren bestellten Golf warten. Zuletzt musste VW gar einen Auslieferungsstopp verhängen, weil der automatische Notruf „eCall“ nicht funktioniert. Und das dürfte noch nicht der Tiefpunkt gewesen sein.

Der Golf ist das Schlüsselprodukt des Konzerns, ein nicht zu überschätzender Imageförderer und seit Jahrzehnten der Gewinntreiber des Unternehmens. Golf und VW- das gehört zusammen und ist Corporate Identity. Wer hier ohne Not die Axt anlegt, versündigt sich an der DNA der Gesamtfirma und entzieht dem VW-Konzern die Zukunftsfähigkeit.

Die vertraulichen Fehleranalysen der Qualitätskontrolle zeigen, dass bereits vor der Corona-Krise und den damit verbundenen Produktionshemmnissen die Defizite dramatisch waren. So rollten beispielsweise am Dienstag, dem 10. März 2020, lediglich 39,2 Prozent der neuesten Golf-Serie fehlerfrei vom Band, also etwas mehr als jeder dritte Wagen. Ein unterirdischer Wert, bestätigen mehrere VW-Ingenieure. Zum Vergleich: Die sogenannte Direktläuferquote (DLQ) für die gesamte Fahrzeugproduktion in Wolfsburg lag an diesem Tag im Schnitt (inklusive Golf 8) bei rund 64 Prozent. Der DLQ-Wert beim Golf 8 sei auch an den anderen Tagen ähnlich niedrig gewesen, so die VW-Ingenieure.

Dass beim Golf 8 mehr Software-Probleme auftauchen als bei seinen Vorgängern, ist angesichts der fortschreitenden Vernetzung von Autos keine Überraschung. Aber die Dimension macht Mitarbeiter aus der technischen Entwicklung ratlos, die hohe Fehlerquote sei bis heute, also nach dem Corona-Produktionsstopp, nicht besser geworden. Die Prozesse würden nicht mehr stimmen.

Und von wo beginnt der Fisch zu stinken? Ja klar, vom Kopf her.

Weil aber nicht anzunehmen ist, dass Herbert Diess freiwillig demissionieren wird, gärt es immens unter der Oberfläche des Unternehmens. Man spricht bereits von Palastrevolution und Putsch. Der Betriebsrat und die Gewerkschaften machen gegen Diess mobil und auch aus gut informierten Kreisen hört man, dass es erhebliche Animositäten im Vorstand gebe.

Eine erste Attacke konnte erfolgreich abgewehrt werden, aber die Lage bleibt angespannt. Hier rächt es sich wieder einmal, dass der Konzern teilweise in staatlicher Hand ist.

Das nächste Waterloo für Diess zeichnet sich am Firmament bereits  ab.  Mit dem  E-Modell VW ID.3 steht der Sargnagel für den Gesamtkonzern in den Startlöchern. Mit völlig unausgereifter Technik wird das Modell auf die Kunden losgelassen.

Wir empfehlen, mit Einstiegen bei der VW Aktie zu warten. Aktuell: Sell!

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

June 4, 2020

Das Diess-Desaster: Wie ein überforderter Manager das Erbe von Piech und Winterkorn vor die Wand fährt.

Wird VW bald zerschlagen?

Man kann über Martin Winterkorn sagen was man will: dass er am Ende seines Managerlebens aus dem Gleis geraten ist, kriminelle Aktivitäten im Rahmen der Dieselmanipulationen wenn schon nicht initiierte, so doch zumindest tolerierte und dass er ein autoritärer, wenig kompromissbereiter Boss war.

Über den legendären, schon verstorbenen Ferdinand Piech wären wohl noch schärfere Worte bezüglich seines grenzenlos ehrgeizigen, diktatorischen Charakters zu finden.

Eines wird aber auch der unerbittlichste Kritiker der beiden Branchengrößen den umstrittenen Konzernlenkern nicht vorwerfen können: Dass es sich bei Winterkorn und Piech um inkompetente, der Regierung treu ergebene und sich modischen Strömungen hündisch unterwerfende Wirtschaftshasadeure gehandelt hätte.

Bei Herbert Diess kann man sich da längst nicht mehr so sicher sein. Schon seine Kamikazestrategie, den Volkswagenkonzern über Nacht zum reinen Elektrobauer transformieren zu wollen, ließ berechtigte Zweifel an seiner Eignung aufkommen.

Ausgerechnet einen Hersteller, der sich überwiegend im Massenmarkt bewegt, in das Korsett der “Großen Transformation” pressen zu wollen, kommt einem Himmelfahrtskommando gleich. Gerade in den unteren, nicht premiumbehafteten Segmenten ist die Bereitschaft der Kunden, teure und extrem unkomfortable Experimente einzugehen, naturgemäß schwächer ausgeprägt als bei den Luxuswagenkäufern, die schon aus Prestigegründen gerne ein Elektroauto als Zweitfahrzeug erwerben, solange sie den Lamborghini oder zumindest die S-Klasse in der Garage haben und damit von langen Aufladezeiten, geringer Reichweite und kurzer Batterielebensdauer strukturell unabhängig sind. Elektrofahrzeuge muß man sich eben leisten können.

Aber selbst wenn man die von der Merkel-Administration vorgegebene Förderung der Elektromobilität grundsätzlich für eine vernünftige Sache hält, müssen doch zumindest die Alarmglocken läuten, wenn ein Konzernchef eines Massenautomobilproduzenten in vorauseilendem Gehorsam eine abrupte, völlig ansatzlose Kehrtwende in der bis dato erfolgreichen Modellpolitik fährt und von Null auf Hundert ein Jahrhundertexperiment ohne Sicherheitsgurt und schrittweise Übergänge eingeht, dessen Ausgang man nicht einmal erahnen kann und das immense Risiken impliziert, die schlechterdings kaum beherrschbar scheinen.
Einen solchen Aktionismus hätten sich Winterkorn und Piech niemals erlaubt, bei Ihnen standen immer die Profitabilität und die Wünsche des Kunden im Vordergrund, nicht die sklavisch-willfährige Umsetzung einer politischen Agenda und damit das Buhlen um den Applaus der Regierenden.
Zumal beide echte Techniker und fanatisch-detailbesessene Ingenieurskünstler waren, die bis ins kleinste an der Entwicklung ihrer Modelle Anteil nahmen. Das ist der Unterschied zu Schlips-und Kragen Opportunisten, die einen internationalen Autokonzern wie eine Gesamtschule in Essen-Süd führen wollen.
Das ganze Ausmaß des Managementversagens zeigte sich in den zurückliegenden Tagen bei der Diskussion um den neuen Golf und die technischen Probleme. Piech würde sich im Grabe umdrehen.

Der neue Golf 8 entwickelt sich immer deutlicher zu einem echten Fiasko.

Im vergangenen Jahr wurden im Werk Wolfsburg gerade einmal 8392 Golf produziert, geplant waren mehr als 100.000. Und auch in diesem Jahr liefert das Brot-und-Butter-Modell von Volkswagen statt der gewohnten Verkaufsrekorde vor allem Negativ-Schlagzeilen. Viele Kunden müssen länger auf ihren bestellten Golf warten. Zuletzt musste VW gar einen Auslieferungsstopp verhängen, weil der automatische Notruf „eCall“ nicht funktioniert. Und das dürfte noch nicht der Tiefpunkt gewesen sein.

Der Golf ist das Schlüsselprodukt des Konzerns, ein nicht zu überschätzender Imageförderer und seit Jahrzehnten der Gewinntreiber des Unternehmens. Golf und VW- das gehört zusammen und ist Corporate Identity. Wer hier ohne Not die Axt anlegt, versündigt sich an der DNA der Gesamtfirma und entzieht dem VW-Konzern die Zukunftsfähigkeit.

Die vertraulichen Fehleranalysen der Qualitätskontrolle zeigen, dass bereits vor der Corona-Krise und den damit verbundenen Produktionshemmnissen die Defizite dramatisch waren. So rollten beispielsweise am Dienstag, dem 10. März 2020, lediglich 39,2 Prozent der neuesten Golf-Serie fehlerfrei vom Band, also etwas mehr als jeder dritte Wagen. Ein unterirdischer Wert, bestätigen mehrere VW-Ingenieure. Zum Vergleich: Die sogenannte Direktläuferquote (DLQ) für die gesamte Fahrzeugproduktion in Wolfsburg lag an diesem Tag im Schnitt (inklusive Golf 8) bei rund 64 Prozent. Der DLQ-Wert beim Golf 8 sei auch an den anderen Tagen ähnlich niedrig gewesen, so die VW-Ingenieure.

Dass beim Golf 8 mehr Software-Probleme auftauchen als bei seinen Vorgängern, ist angesichts der fortschreitenden Vernetzung von Autos keine Überraschung. Aber die Dimension macht Mitarbeiter aus der technischen Entwicklung ratlos, die hohe Fehlerquote sei bis heute, also nach dem Corona-Produktionsstopp, nicht besser geworden. Die Prozesse würden nicht mehr stimmen.

Und von wo beginnt der Fisch zu stinken? Ja klar, vom Kopf her.

Weil aber nicht anzunehmen ist, dass Herbert Diess freiwillig demissionieren wird, gärt es immens unter der Oberfläche des Unternehmens. Man spricht bereits von Palastrevolution und Putsch. Der Betriebsrat und die Gewerkschaften machen gegen Diess mobil und auch aus gut informierten Kreisen hört man, dass es erhebliche Animositäten im Vorstand gebe.

Eine erste Attacke konnte erfolgreich abgewehrt werden, aber die Lage bleibt angespannt. Hier rächt es sich wieder einmal, dass der Konzern teilweise in staatlicher Hand ist.

Das nächste Waterloo für Diess zeichnet sich am Firmament bereits  ab.  Mit dem  E-Modell VW ID.3 steht der Sargnagel für den Gesamtkonzern in den Startlöchern. Mit völlig unausgereifter Technik wird das Modell auf die Kunden losgelassen.

Wir empfehlen, mit Einstiegen bei der VW Aktie zu warten. Aktuell: Sell!

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

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