Der Markt im Zeichen der Corona Krise

Die momentane Extremvolatilität (die großen internationalen Aktienindizes schwanken täglich mitunter um 1000 Punkte) ist einerseits Ausdruck massiver Verunsicherung der Anlegergemeinde, bedingt durch die neuartige weltweite Epidemie, deren volkswirtschaftliche Folgen nicht absehbar sind und andererseits  die Konsequenz aus der Tatsache, dass mehr denn je nun der alte Grundsatz gilt "Cash is king". Professionelle Investoren brauchen nun dringend Liquidität und “versilbern” alles, sogar die Goldbestände.

Eine größere Achterbahnfahrt an den Börsen hat man selten gesehen, auch im historischen Maßstab erleben und durchleiden wir eine einmalige Situation. Zwar gab es auch in früheren Zeiten Crashs und heftige Baissephasen, aber noch nie in der Geschichte des Börsenhandels beobachtete man einen solch katastrophalen Einbruch in so schneller Geschwindigkeit.

Das Abwärtsmomentum ist atemberaubend, innerhalb weniger Tage und Wochen verlor der DAX 45 % an Wert, der Dow Jones 38%. In dieser Woche markierten die Börsen nach intensiven temporären Zwischenerholungen Verlaufstiefs bei 8200 (DAX) und 18.998 (Dow).

Eine mittlerweile denkbare Weltwirtschaftskrise, in einzelnen Volkswirtschaften zeichnet sich ja schon die Rezession ab, ist aber in den Kursen noch gar nicht wirklich eingepreist.

Allein in dieser Woche ist für den  Dow Jones ein herber Verlust von mehr als zehn Prozent aufgelaufen.US-Präsident Donald Trump hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den USA einen nationalen Notstand ausgerufen. Mit der Maßnahme würden weitere Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 freigesetzt, sagte Trump.

Die Ausrufung des Notstands gibt Trump weitreichende Befugnisse, unter anderem den Zugriff auf einen Fonds mit Mitteln zur Katastrophenhilfe. Nach den Aussagen des Präsidenten bauten die Aktienkurse kurzfristig die Gewinne stark aus, gaben aber schließlich alles wieder ab.

Man muss kein Chart-Experte sein, um zu erkennen, dass auf den Abverkauf nun zwar eine baldige Gegenbewegung folgen kann. Die Lage dürfte aber gefährlich bleiben.

Vieles  steht und fällt mit der Zahl der Infizierten. Sie ist  augenblicklich die Messlatte für die Kurse am Kapitalmarkt – nicht etwa die klassischen Konjunkturdaten. Es besteht Grund zu tiefer Beunruhigung, denn wenn in Kürze die nächste Berichtssaison startet, dürften die ersten apokalyptischen Auswirkungen auf die Unternehmensbilanzen,  auf Soll und Haben, sichtbar werden.

Die Politik könnte die erratischen Finanzmärkte nur beruhigen, wenn die Zahl der Neuinfizierungen gesenkt werden kann, die Ausbreitung der Krankheit verlangsamt wird. Es wird immer klarer, dass der Markt nur noch auf eines wartet: Positive News in Sachen Coronavirus.

Die Notenbanken tun ihr Bestes, stellen nahezu unbegrenzt Liquidität zur Verfügung und starten Anleihenkaufprogramme in bislang unbekannten Dimensionen. Das, was in üblichen Börsenzeiten für Kursexplosionen gesorgt hätte, verpufft in der aktuellen Panik. Immer deutlicher wird, dass das Schwert unbegrenzter Liquidität langsam stumpf wird.

Richtungsweisende Entscheidungen sind nun vonseiten der Politik zu treffen, nicht von den Zentralbanken selbst.

Tatsächlich folgte in dieser Woche ein Mega-Kredit-Paket durch die Bundesregierung. Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier kündigten unbegrenzte Kreditprogramme für betroffene Firmen an. Zudem sollen Steuern und Abgaben in Milliarden-Höhe gestundet werden.

Auch in der kommenden Woche bleiben die Notenbanken im Fokus. In den USA war die Fed zuletzt mit einer Senkung des Leitzinses vorgeprescht, deren Effekt im Sande verlief. Wenn Jerome Powell am Mittwochabend erneut vor die Presse tritt, dürfte der Leitzins dem Vernehmen nach abermals nach unten korrigiert werden. Auch die US-Notenbank hätte damit ihren Spielraum nahezu aufgebraucht.

Ferner scheint fraglich, welchen effektiven Nutzen weitere Zinssenkung hätten. Mehr Geld allein kann  das Problem nicht beheben, weil es sich nicht bloß um eine Krise der Nachfrage handelt, sondern auch um eine des Angebots.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

March 26, 2020

Der Markt im Zeichen der Corona Krise

Die momentane Extremvolatilität (die großen internationalen Aktienindizes schwanken täglich mitunter um 1000 Punkte) ist einerseits Ausdruck massiver Verunsicherung der Anlegergemeinde, bedingt durch die neuartige weltweite Epidemie, deren volkswirtschaftliche Folgen nicht absehbar sind und andererseits  die Konsequenz aus der Tatsache, dass mehr denn je nun der alte Grundsatz gilt "Cash is king". Professionelle Investoren brauchen nun dringend Liquidität und “versilbern” alles, sogar die Goldbestände.

Eine größere Achterbahnfahrt an den Börsen hat man selten gesehen, auch im historischen Maßstab erleben und durchleiden wir eine einmalige Situation. Zwar gab es auch in früheren Zeiten Crashs und heftige Baissephasen, aber noch nie in der Geschichte des Börsenhandels beobachtete man einen solch katastrophalen Einbruch in so schneller Geschwindigkeit.

Das Abwärtsmomentum ist atemberaubend, innerhalb weniger Tage und Wochen verlor der DAX 45 % an Wert, der Dow Jones 38%. In dieser Woche markierten die Börsen nach intensiven temporären Zwischenerholungen Verlaufstiefs bei 8200 (DAX) und 18.998 (Dow).

Eine mittlerweile denkbare Weltwirtschaftskrise, in einzelnen Volkswirtschaften zeichnet sich ja schon die Rezession ab, ist aber in den Kursen noch gar nicht wirklich eingepreist.

Allein in dieser Woche ist für den  Dow Jones ein herber Verlust von mehr als zehn Prozent aufgelaufen.US-Präsident Donald Trump hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den USA einen nationalen Notstand ausgerufen. Mit der Maßnahme würden weitere Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 freigesetzt, sagte Trump.

Die Ausrufung des Notstands gibt Trump weitreichende Befugnisse, unter anderem den Zugriff auf einen Fonds mit Mitteln zur Katastrophenhilfe. Nach den Aussagen des Präsidenten bauten die Aktienkurse kurzfristig die Gewinne stark aus, gaben aber schließlich alles wieder ab.

Man muss kein Chart-Experte sein, um zu erkennen, dass auf den Abverkauf nun zwar eine baldige Gegenbewegung folgen kann. Die Lage dürfte aber gefährlich bleiben.

Vieles  steht und fällt mit der Zahl der Infizierten. Sie ist  augenblicklich die Messlatte für die Kurse am Kapitalmarkt – nicht etwa die klassischen Konjunkturdaten. Es besteht Grund zu tiefer Beunruhigung, denn wenn in Kürze die nächste Berichtssaison startet, dürften die ersten apokalyptischen Auswirkungen auf die Unternehmensbilanzen,  auf Soll und Haben, sichtbar werden.

Die Politik könnte die erratischen Finanzmärkte nur beruhigen, wenn die Zahl der Neuinfizierungen gesenkt werden kann, die Ausbreitung der Krankheit verlangsamt wird. Es wird immer klarer, dass der Markt nur noch auf eines wartet: Positive News in Sachen Coronavirus.

Die Notenbanken tun ihr Bestes, stellen nahezu unbegrenzt Liquidität zur Verfügung und starten Anleihenkaufprogramme in bislang unbekannten Dimensionen. Das, was in üblichen Börsenzeiten für Kursexplosionen gesorgt hätte, verpufft in der aktuellen Panik. Immer deutlicher wird, dass das Schwert unbegrenzter Liquidität langsam stumpf wird.

Richtungsweisende Entscheidungen sind nun vonseiten der Politik zu treffen, nicht von den Zentralbanken selbst.

Tatsächlich folgte in dieser Woche ein Mega-Kredit-Paket durch die Bundesregierung. Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier kündigten unbegrenzte Kreditprogramme für betroffene Firmen an. Zudem sollen Steuern und Abgaben in Milliarden-Höhe gestundet werden.

Auch in der kommenden Woche bleiben die Notenbanken im Fokus. In den USA war die Fed zuletzt mit einer Senkung des Leitzinses vorgeprescht, deren Effekt im Sande verlief. Wenn Jerome Powell am Mittwochabend erneut vor die Presse tritt, dürfte der Leitzins dem Vernehmen nach abermals nach unten korrigiert werden. Auch die US-Notenbank hätte damit ihren Spielraum nahezu aufgebraucht.

Ferner scheint fraglich, welchen effektiven Nutzen weitere Zinssenkung hätten. Mehr Geld allein kann  das Problem nicht beheben, weil es sich nicht bloß um eine Krise der Nachfrage handelt, sondern auch um eine des Angebots.

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March 26, 2020

Der Markt im Zeichen der Corona Krise

Die momentane Extremvolatilität (die großen internationalen Aktienindizes schwanken täglich mitunter um 1000 Punkte) ist einerseits Ausdruck massiver Verunsicherung der Anlegergemeinde, bedingt durch die neuartige weltweite Epidemie, deren volkswirtschaftliche Folgen nicht absehbar sind und andererseits  die Konsequenz aus der Tatsache, dass mehr denn je nun der alte Grundsatz gilt "Cash is king". Professionelle Investoren brauchen nun dringend Liquidität und “versilbern” alles, sogar die Goldbestände.

Eine größere Achterbahnfahrt an den Börsen hat man selten gesehen, auch im historischen Maßstab erleben und durchleiden wir eine einmalige Situation. Zwar gab es auch in früheren Zeiten Crashs und heftige Baissephasen, aber noch nie in der Geschichte des Börsenhandels beobachtete man einen solch katastrophalen Einbruch in so schneller Geschwindigkeit.

Das Abwärtsmomentum ist atemberaubend, innerhalb weniger Tage und Wochen verlor der DAX 45 % an Wert, der Dow Jones 38%. In dieser Woche markierten die Börsen nach intensiven temporären Zwischenerholungen Verlaufstiefs bei 8200 (DAX) und 18.998 (Dow).

Eine mittlerweile denkbare Weltwirtschaftskrise, in einzelnen Volkswirtschaften zeichnet sich ja schon die Rezession ab, ist aber in den Kursen noch gar nicht wirklich eingepreist.

Allein in dieser Woche ist für den  Dow Jones ein herber Verlust von mehr als zehn Prozent aufgelaufen.US-Präsident Donald Trump hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den USA einen nationalen Notstand ausgerufen. Mit der Maßnahme würden weitere Bundesmittel in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 freigesetzt, sagte Trump.

Die Ausrufung des Notstands gibt Trump weitreichende Befugnisse, unter anderem den Zugriff auf einen Fonds mit Mitteln zur Katastrophenhilfe. Nach den Aussagen des Präsidenten bauten die Aktienkurse kurzfristig die Gewinne stark aus, gaben aber schließlich alles wieder ab.

Man muss kein Chart-Experte sein, um zu erkennen, dass auf den Abverkauf nun zwar eine baldige Gegenbewegung folgen kann. Die Lage dürfte aber gefährlich bleiben.

Vieles  steht und fällt mit der Zahl der Infizierten. Sie ist  augenblicklich die Messlatte für die Kurse am Kapitalmarkt – nicht etwa die klassischen Konjunkturdaten. Es besteht Grund zu tiefer Beunruhigung, denn wenn in Kürze die nächste Berichtssaison startet, dürften die ersten apokalyptischen Auswirkungen auf die Unternehmensbilanzen,  auf Soll und Haben, sichtbar werden.

Die Politik könnte die erratischen Finanzmärkte nur beruhigen, wenn die Zahl der Neuinfizierungen gesenkt werden kann, die Ausbreitung der Krankheit verlangsamt wird. Es wird immer klarer, dass der Markt nur noch auf eines wartet: Positive News in Sachen Coronavirus.

Die Notenbanken tun ihr Bestes, stellen nahezu unbegrenzt Liquidität zur Verfügung und starten Anleihenkaufprogramme in bislang unbekannten Dimensionen. Das, was in üblichen Börsenzeiten für Kursexplosionen gesorgt hätte, verpufft in der aktuellen Panik. Immer deutlicher wird, dass das Schwert unbegrenzter Liquidität langsam stumpf wird.

Richtungsweisende Entscheidungen sind nun vonseiten der Politik zu treffen, nicht von den Zentralbanken selbst.

Tatsächlich folgte in dieser Woche ein Mega-Kredit-Paket durch die Bundesregierung. Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier kündigten unbegrenzte Kreditprogramme für betroffene Firmen an. Zudem sollen Steuern und Abgaben in Milliarden-Höhe gestundet werden.

Auch in der kommenden Woche bleiben die Notenbanken im Fokus. In den USA war die Fed zuletzt mit einer Senkung des Leitzinses vorgeprescht, deren Effekt im Sande verlief. Wenn Jerome Powell am Mittwochabend erneut vor die Presse tritt, dürfte der Leitzins dem Vernehmen nach abermals nach unten korrigiert werden. Auch die US-Notenbank hätte damit ihren Spielraum nahezu aufgebraucht.

Ferner scheint fraglich, welchen effektiven Nutzen weitere Zinssenkung hätten. Mehr Geld allein kann  das Problem nicht beheben, weil es sich nicht bloß um eine Krise der Nachfrage handelt, sondern auch um eine des Angebots.

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