Luftfahrtindustrie und Tourismusbranche

Gibt es einen Hoffnungsschimmer für die am stärksten leidenden Branchen?

Im Zusammenhang mit der Corona-Krise brachen die internationalen Aktienmärkte in den zurückliegenden Wochen massiv ein, in der Spitze um satte 45% (DAX) und um 37% (Dow Jones). Das ist historisch beispiellos, und insbesondere die Schnelligkeit des Absturzes gibt allen Auguren Grund zu großer Beunruhigung. Allerdings traf es nicht jede Branche gleichermaßen verheerend. Verständlicherweise ist vor allem die Reise/Tourismusindustrie am schlimmsten in Mitleidenschaft gezogen, sind die aktuellen politischen und regulatorischen Maßnahmen nahezu ein Todesstoß für diesen Sektor und das so ziemlich genau schon seit Beginn der Pandemie.

Keine Flüge mehr, keine Urlaubsreisen, keine globale Mobilität mehr.

Wie kann der deutsche Luftfahrt-Branchenprimus schlechthin, der Lufthansa-Konzern, sein Überleben sichern? Geht das überhaupt? Oder ist der Aktienkurs gar nach seinem apokalyptischen Verfall ein echtes Schnäppchen?

Einen wichtigen Hinweis zur Beantwortung dieser Frage lieferte eine Meldung, die vor wenigen Tagen über die branchenbekannten Ticker ging:

Der Münchner Investor und Milliardär Heinz Hermann Thiele hat seine Anteile an der Lufthansa weiter aufgestockt. Er verfügt nun über eine stattliche 10% -Beteiligung an einer der größten Airlines. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Thiele rund 5,30 Prozent der Lufthansa-Aktien erworben hatte.
Das Engagement ist ein hervorragendes Zeichen für die Zukunft des Unternehmens, steht Thiele doch nicht gerade in dem Ruf, seine Investitionen vorschnell zu tätigen. Der für seinen spitzen Bleistift berühmte Vollblutentrepreneur sieht also exzellente Erholungschancen für den Kranich.

Rein charttechnisch kann man dieser Überlegung durchaus folgen, steht nach dem Totalausverkauf ein technischer Turnaround in großem Umfang in der Tat bevor. Aber kann der Rebound von Dauer sein?

Immerhin befindet sich die Firma in einer existentiellen Nachfragekrise, auch wenn sie nicht die einzige Betroffene ist, sie eine exzellente Marktpositionierung aufweisen kann und wohl auch spätere Generationen immer noch um die Welt fliegen werden.

Kurzfristig scheint ein Einstieg bei dieser Aktie ein heißes Eisen zu sein.

Nach einem schwierigen Jahr mit Preisschlacht und Gewinnwarnung droht es für die Lufthansa 2020 noch viel schlimmer zu kommen. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bringt den Flugverkehr größtenteils zum Erliegen. Wie andere Fluggesellschaften hat die Lufthansa ihr Flugangebot auf ein Minimum zusammengestrichen. Waren erst vor allem die Flüge nach China betroffen, fällt jetzt auch der Großteil der Verbindungen in die USA sowie innerhalb Europas weg.

Vorerst findet wohl nur noch jeder zehnte Fernflug und nur noch etwa jeder fünfte Mittelstreckenflug statt, teilte die Lufthansa am Montag mit. Die Konzerntöchter Brussels und Austrian Airlines stellen den Betrieb komplett ein. Konkurrenten wie Ryanair und die British-Airways-Mutter IAG kündigten Flugstreichungen in fast der gleichen Dimension sogar schon für April und Mai an.

Der Konzern betreibt jetzt eine aggressive Sparpolitik.  So sollen die Aktionäre auf die Dividende für 2019 verzichten. Das Unternehmen hat sich auch neue Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro gesichert. Damit verfügt der Konzern über flüssige Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro. Das kann fürwahr als exzellentes Polster bezeichnet werden, das ein dauerhaftes Überleben der Lufthansa realistisch erscheinen läßt. Die Marktpositionierung des Big Players ist eine der beeindruckendsten dieser Branche in Europa.

CEO mit großem Aktiennachkauf

Ein gutes Signal ist es ebenfalls, dass CEO Spohr, der in dieser Woche für den stolzen Betrag von 250000 € Aktien nachgekauft hat,  auf eine Beantragung von staatlichen Unterstützungszahlungen bislang verzichtet.  Man streicht stattdessen eher  laufende Ausgaben und versucht Investitionen zu verschieben. Für einen Teil der Belegschaft soll Kurzarbeit beantragt werden.

Wir gehen trotz der katastrophalen Rahmenbedingungen dieser Stunden optimistisch davon aus, dass Lufthansa momentan ein exzellenter Kauf ist. Jedoch sollten Anleger sich weiterhin  auf stürmisches Wetter gefasst machen, die Messe der Kurskapriolen ist auch hier noch nicht zu Ende gelesen.

Aber selbst bei einem weiteren Einbruch wird unserer Einschätzung nach die Gegenbewegung sicher kommen, denn diese Gesellschaft wird nicht untergehen. Dafür sind die Rücklagen zu stark, die Stellung im Branchenumfeld zu bedeutend und der Konzern insgesamt too big too fail.

Wir rechnen mit einem 50% Kursaufschlag bis zum Jahresende vom heutigen Stand aus betrachtet.

Ob man gleiches auch für ein explizites Touristikunternehmen wie TUI sagen kann, ist zweifelhaft.
Auch diese Gesellschaft hat eine starke Marktstellung, ein hervorragendes  Managementteam und eine solide Bilanz. TUI hat im Vorjahr einen Umsatz von 18,9 Milliarden Euro und einen Gewinn von mehr als 400 Millionen Euro (0,71 Euro je Aktie) erzielt und ist an der Börse derzeit lediglich mit 2,2 Milliarden Euro bewertet.
Doch weiterhin sind die Aussichten trüb.

Der Konkurrent FTI Touristik hat nun auch sämtliche Reisen bis zum 30. April abgesagt. Bei TUI dauert der Stilstand aktuell auch noch bis Ende April. Leider ist aber nicht abzusehen, wie lange die Corona-Hysterie anhält und ob sie dem weltgrößten Touristikkonzern auch den Rest des Frühjahrs beziehungsweise eventuell sogar das so wichtige Sommergeschäft verhageln wird.

Hier ist ein viel größeres Klumpenrisiko als bei der Lufthansa zu konstatieren, denn der Luftfahrtgigant setzt nicht alles auf die Karte private Urlaubs-Reisen. Deshalb raten wir von einem Engagement bei TUI dringend ab

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

March 26, 2020

Luftfahrtindustrie und Tourismusbranche

Gibt es einen Hoffnungsschimmer für die am stärksten leidenden Branchen?

Im Zusammenhang mit der Corona-Krise brachen die internationalen Aktienmärkte in den zurückliegenden Wochen massiv ein, in der Spitze um satte 45% (DAX) und um 37% (Dow Jones). Das ist historisch beispiellos, und insbesondere die Schnelligkeit des Absturzes gibt allen Auguren Grund zu großer Beunruhigung. Allerdings traf es nicht jede Branche gleichermaßen verheerend. Verständlicherweise ist vor allem die Reise/Tourismusindustrie am schlimmsten in Mitleidenschaft gezogen, sind die aktuellen politischen und regulatorischen Maßnahmen nahezu ein Todesstoß für diesen Sektor und das so ziemlich genau schon seit Beginn der Pandemie.

Keine Flüge mehr, keine Urlaubsreisen, keine globale Mobilität mehr.

Wie kann der deutsche Luftfahrt-Branchenprimus schlechthin, der Lufthansa-Konzern, sein Überleben sichern? Geht das überhaupt? Oder ist der Aktienkurs gar nach seinem apokalyptischen Verfall ein echtes Schnäppchen?

Einen wichtigen Hinweis zur Beantwortung dieser Frage lieferte eine Meldung, die vor wenigen Tagen über die branchenbekannten Ticker ging:

Der Münchner Investor und Milliardär Heinz Hermann Thiele hat seine Anteile an der Lufthansa weiter aufgestockt. Er verfügt nun über eine stattliche 10% -Beteiligung an einer der größten Airlines. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Thiele rund 5,30 Prozent der Lufthansa-Aktien erworben hatte.
Das Engagement ist ein hervorragendes Zeichen für die Zukunft des Unternehmens, steht Thiele doch nicht gerade in dem Ruf, seine Investitionen vorschnell zu tätigen. Der für seinen spitzen Bleistift berühmte Vollblutentrepreneur sieht also exzellente Erholungschancen für den Kranich.

Rein charttechnisch kann man dieser Überlegung durchaus folgen, steht nach dem Totalausverkauf ein technischer Turnaround in großem Umfang in der Tat bevor. Aber kann der Rebound von Dauer sein?

Immerhin befindet sich die Firma in einer existentiellen Nachfragekrise, auch wenn sie nicht die einzige Betroffene ist, sie eine exzellente Marktpositionierung aufweisen kann und wohl auch spätere Generationen immer noch um die Welt fliegen werden.

Kurzfristig scheint ein Einstieg bei dieser Aktie ein heißes Eisen zu sein.

Nach einem schwierigen Jahr mit Preisschlacht und Gewinnwarnung droht es für die Lufthansa 2020 noch viel schlimmer zu kommen. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bringt den Flugverkehr größtenteils zum Erliegen. Wie andere Fluggesellschaften hat die Lufthansa ihr Flugangebot auf ein Minimum zusammengestrichen. Waren erst vor allem die Flüge nach China betroffen, fällt jetzt auch der Großteil der Verbindungen in die USA sowie innerhalb Europas weg.

Vorerst findet wohl nur noch jeder zehnte Fernflug und nur noch etwa jeder fünfte Mittelstreckenflug statt, teilte die Lufthansa am Montag mit. Die Konzerntöchter Brussels und Austrian Airlines stellen den Betrieb komplett ein. Konkurrenten wie Ryanair und die British-Airways-Mutter IAG kündigten Flugstreichungen in fast der gleichen Dimension sogar schon für April und Mai an.

Der Konzern betreibt jetzt eine aggressive Sparpolitik.  So sollen die Aktionäre auf die Dividende für 2019 verzichten. Das Unternehmen hat sich auch neue Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro gesichert. Damit verfügt der Konzern über flüssige Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro. Das kann fürwahr als exzellentes Polster bezeichnet werden, das ein dauerhaftes Überleben der Lufthansa realistisch erscheinen läßt. Die Marktpositionierung des Big Players ist eine der beeindruckendsten dieser Branche in Europa.

CEO mit großem Aktiennachkauf

Ein gutes Signal ist es ebenfalls, dass CEO Spohr, der in dieser Woche für den stolzen Betrag von 250000 € Aktien nachgekauft hat,  auf eine Beantragung von staatlichen Unterstützungszahlungen bislang verzichtet.  Man streicht stattdessen eher  laufende Ausgaben und versucht Investitionen zu verschieben. Für einen Teil der Belegschaft soll Kurzarbeit beantragt werden.

Wir gehen trotz der katastrophalen Rahmenbedingungen dieser Stunden optimistisch davon aus, dass Lufthansa momentan ein exzellenter Kauf ist. Jedoch sollten Anleger sich weiterhin  auf stürmisches Wetter gefasst machen, die Messe der Kurskapriolen ist auch hier noch nicht zu Ende gelesen.

Aber selbst bei einem weiteren Einbruch wird unserer Einschätzung nach die Gegenbewegung sicher kommen, denn diese Gesellschaft wird nicht untergehen. Dafür sind die Rücklagen zu stark, die Stellung im Branchenumfeld zu bedeutend und der Konzern insgesamt too big too fail.

Wir rechnen mit einem 50% Kursaufschlag bis zum Jahresende vom heutigen Stand aus betrachtet.

Ob man gleiches auch für ein explizites Touristikunternehmen wie TUI sagen kann, ist zweifelhaft.
Auch diese Gesellschaft hat eine starke Marktstellung, ein hervorragendes  Managementteam und eine solide Bilanz. TUI hat im Vorjahr einen Umsatz von 18,9 Milliarden Euro und einen Gewinn von mehr als 400 Millionen Euro (0,71 Euro je Aktie) erzielt und ist an der Börse derzeit lediglich mit 2,2 Milliarden Euro bewertet.
Doch weiterhin sind die Aussichten trüb.

Der Konkurrent FTI Touristik hat nun auch sämtliche Reisen bis zum 30. April abgesagt. Bei TUI dauert der Stilstand aktuell auch noch bis Ende April. Leider ist aber nicht abzusehen, wie lange die Corona-Hysterie anhält und ob sie dem weltgrößten Touristikkonzern auch den Rest des Frühjahrs beziehungsweise eventuell sogar das so wichtige Sommergeschäft verhageln wird.

Hier ist ein viel größeres Klumpenrisiko als bei der Lufthansa zu konstatieren, denn der Luftfahrtgigant setzt nicht alles auf die Karte private Urlaubs-Reisen. Deshalb raten wir von einem Engagement bei TUI dringend ab

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

March 26, 2020

Luftfahrtindustrie und Tourismusbranche

Gibt es einen Hoffnungsschimmer für die am stärksten leidenden Branchen?

Im Zusammenhang mit der Corona-Krise brachen die internationalen Aktienmärkte in den zurückliegenden Wochen massiv ein, in der Spitze um satte 45% (DAX) und um 37% (Dow Jones). Das ist historisch beispiellos, und insbesondere die Schnelligkeit des Absturzes gibt allen Auguren Grund zu großer Beunruhigung. Allerdings traf es nicht jede Branche gleichermaßen verheerend. Verständlicherweise ist vor allem die Reise/Tourismusindustrie am schlimmsten in Mitleidenschaft gezogen, sind die aktuellen politischen und regulatorischen Maßnahmen nahezu ein Todesstoß für diesen Sektor und das so ziemlich genau schon seit Beginn der Pandemie.

Keine Flüge mehr, keine Urlaubsreisen, keine globale Mobilität mehr.

Wie kann der deutsche Luftfahrt-Branchenprimus schlechthin, der Lufthansa-Konzern, sein Überleben sichern? Geht das überhaupt? Oder ist der Aktienkurs gar nach seinem apokalyptischen Verfall ein echtes Schnäppchen?

Einen wichtigen Hinweis zur Beantwortung dieser Frage lieferte eine Meldung, die vor wenigen Tagen über die branchenbekannten Ticker ging:

Der Münchner Investor und Milliardär Heinz Hermann Thiele hat seine Anteile an der Lufthansa weiter aufgestockt. Er verfügt nun über eine stattliche 10% -Beteiligung an einer der größten Airlines. Erst in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Thiele rund 5,30 Prozent der Lufthansa-Aktien erworben hatte.
Das Engagement ist ein hervorragendes Zeichen für die Zukunft des Unternehmens, steht Thiele doch nicht gerade in dem Ruf, seine Investitionen vorschnell zu tätigen. Der für seinen spitzen Bleistift berühmte Vollblutentrepreneur sieht also exzellente Erholungschancen für den Kranich.

Rein charttechnisch kann man dieser Überlegung durchaus folgen, steht nach dem Totalausverkauf ein technischer Turnaround in großem Umfang in der Tat bevor. Aber kann der Rebound von Dauer sein?

Immerhin befindet sich die Firma in einer existentiellen Nachfragekrise, auch wenn sie nicht die einzige Betroffene ist, sie eine exzellente Marktpositionierung aufweisen kann und wohl auch spätere Generationen immer noch um die Welt fliegen werden.

Kurzfristig scheint ein Einstieg bei dieser Aktie ein heißes Eisen zu sein.

Nach einem schwierigen Jahr mit Preisschlacht und Gewinnwarnung droht es für die Lufthansa 2020 noch viel schlimmer zu kommen. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus bringt den Flugverkehr größtenteils zum Erliegen. Wie andere Fluggesellschaften hat die Lufthansa ihr Flugangebot auf ein Minimum zusammengestrichen. Waren erst vor allem die Flüge nach China betroffen, fällt jetzt auch der Großteil der Verbindungen in die USA sowie innerhalb Europas weg.

Vorerst findet wohl nur noch jeder zehnte Fernflug und nur noch etwa jeder fünfte Mittelstreckenflug statt, teilte die Lufthansa am Montag mit. Die Konzerntöchter Brussels und Austrian Airlines stellen den Betrieb komplett ein. Konkurrenten wie Ryanair und die British-Airways-Mutter IAG kündigten Flugstreichungen in fast der gleichen Dimension sogar schon für April und Mai an.

Der Konzern betreibt jetzt eine aggressive Sparpolitik.  So sollen die Aktionäre auf die Dividende für 2019 verzichten. Das Unternehmen hat sich auch neue Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro gesichert. Damit verfügt der Konzern über flüssige Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro. Das kann fürwahr als exzellentes Polster bezeichnet werden, das ein dauerhaftes Überleben der Lufthansa realistisch erscheinen läßt. Die Marktpositionierung des Big Players ist eine der beeindruckendsten dieser Branche in Europa.

CEO mit großem Aktiennachkauf

Ein gutes Signal ist es ebenfalls, dass CEO Spohr, der in dieser Woche für den stolzen Betrag von 250000 € Aktien nachgekauft hat,  auf eine Beantragung von staatlichen Unterstützungszahlungen bislang verzichtet.  Man streicht stattdessen eher  laufende Ausgaben und versucht Investitionen zu verschieben. Für einen Teil der Belegschaft soll Kurzarbeit beantragt werden.

Wir gehen trotz der katastrophalen Rahmenbedingungen dieser Stunden optimistisch davon aus, dass Lufthansa momentan ein exzellenter Kauf ist. Jedoch sollten Anleger sich weiterhin  auf stürmisches Wetter gefasst machen, die Messe der Kurskapriolen ist auch hier noch nicht zu Ende gelesen.

Aber selbst bei einem weiteren Einbruch wird unserer Einschätzung nach die Gegenbewegung sicher kommen, denn diese Gesellschaft wird nicht untergehen. Dafür sind die Rücklagen zu stark, die Stellung im Branchenumfeld zu bedeutend und der Konzern insgesamt too big too fail.

Wir rechnen mit einem 50% Kursaufschlag bis zum Jahresende vom heutigen Stand aus betrachtet.

Ob man gleiches auch für ein explizites Touristikunternehmen wie TUI sagen kann, ist zweifelhaft.
Auch diese Gesellschaft hat eine starke Marktstellung, ein hervorragendes  Managementteam und eine solide Bilanz. TUI hat im Vorjahr einen Umsatz von 18,9 Milliarden Euro und einen Gewinn von mehr als 400 Millionen Euro (0,71 Euro je Aktie) erzielt und ist an der Börse derzeit lediglich mit 2,2 Milliarden Euro bewertet.
Doch weiterhin sind die Aussichten trüb.

Der Konkurrent FTI Touristik hat nun auch sämtliche Reisen bis zum 30. April abgesagt. Bei TUI dauert der Stilstand aktuell auch noch bis Ende April. Leider ist aber nicht abzusehen, wie lange die Corona-Hysterie anhält und ob sie dem weltgrößten Touristikkonzern auch den Rest des Frühjahrs beziehungsweise eventuell sogar das so wichtige Sommergeschäft verhageln wird.

Hier ist ein viel größeres Klumpenrisiko als bei der Lufthansa zu konstatieren, denn der Luftfahrtgigant setzt nicht alles auf die Karte private Urlaubs-Reisen. Deshalb raten wir von einem Engagement bei TUI dringend ab

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

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