Ölpreisschock aus heiterem Himmel?

Wie es nun weitergeht mit dem schwarzen Gold

Das hat die Welt noch nie gesehen: Die Preise für Erdöl sind in den vergangenen Wochen so stark eingebrochen wie zu keinem Zeitpunkt jemals zuvor. Dann setzte unvermittelt ein gewaltiger Rebound ein, nur um anschließend wieder neue Tiefs zu testen, an denen man wieder ab prallte. Die Volatilität erreicht momentan historische Bewertung Stände, die Nervosität ist mit Händen zu greifen.

Über allem schwebt aktuell die Angst, dass das globale Überangebot an Öl so groß ist, dass die Lager überschwappen.

Wenn die Notierung deshalb massiv einbricht, sind selbstverständlich viele Shorties am Werk, die sich irgendwann eindecken müssen. Dann schießt der Kurs temporär nach oben- aber ist das nachhaltig? Die Lockdowns auf der ganzen Welt haben den globalen Verbrauch schlagartig einbrechen lassen: nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur um fast 30 Prozent

Zugleich war das Ölangebot zuletzt ausgesprochen hoch, weil sich Staaten wie Saudi-Arabien und Russland einen Preiskrieg geliefert haben. Die Saudis etwa haben bewusst mehr Öl produziert, um ihren Marktanteil zu erhöhen und Konkurrenten in den Bankrott zu treiben.

Das Öl gerät also gleich aus zwei signifikanten Gründen erheblich unter Druck, und nur ein Argument hat mit der Corona-Pandemie zu tun.

Es sind enorme Mengen Öl auf den Markt gekommen, die niemand braucht und entsprechend sind die Preise schon in den vergangenen Wochen eingebrochen. Hinzu kommt derzeit: viele Produzenten können aus technischen Gründen nicht ohne weiteres die Förderung herunter- und später wieder hochfahren. Also haben sie einfach weiterproduziert. Und so werden nun die Lager knapp: ganz besonders in Amerika! Das hat am Terminmarkt Ängste ausgelöst, dass es bald kein Lager mehr für das überflüssige Öl geben wird – und so verlangen diejenigen, die das Öl noch lagern können, jetzt Geld dafür.

Dieses Phänomen ist bislang aber nur in den USA aufgetreten. Noch gibt es weltweit Lagerkapazitäten, und die großen Ölförderer Opec, Russland und USA haben vergangene Woche vereinbart, ihre Produktion von Mai an stark zu kürzen. Möglicherweise reicht das, um einen weiteren infernalischen Einbruch beim Öl zu verhindern. Sicher ist dies aber nicht.

Trotzdem sind schon heute dramatische Auswirkungen auf Länder erkennbar, die eine hohe Abhängigkeit vom Ölverkauf haben. Nigeria bestreitet  über 80% seiner Exporteinnahmen mit Öl. Der Iran, der von den US-Sanktionen und der Corona-Pandemie stark betroffen ist, ebenfalls. Massive ökonomische Verwerfungen werden auch aus Venezuela, Libyen, Russland berichtet. Und in den USA gibt es schon jetzt mehr als 50.000 Entlassungen in der Ölbranche. Dabei stehen wir offenbar erst am Beginn  einer singulären Krise.

Eigentlich müsste der Ölpreis dennoch wieder nach oben laufen. Die international vereinbarten Fördermengenkürzungen dürften mittelfristig ihre Wirkung nicht verfehlen.
In den USA wirft Präsident Trump immer häufiger eine schnelle Wiedereröffnung der Volkswirtschaft in den Diskussionsraum. Das sollte deutlich den Verbrauch zu erhöhen helfen- und damit die Preise zumindest stabilisieren.

Händler verweisen aber auch auf eine zuletzt wieder verschärfte Rhetorik des US-Präsidenten in Richtung China wegen der Corona-Krise. Das habe Sorgen mit Blick auf eine drastische Verschärfung des Handelskonflikts genährt. Ein erneuter Handelskonflikt könnte die Weltwirtschaft belasten und die Nachfrage nach Rohöl zusätzlich dämpfen. Zudem würden sich weiterhin institutionelle Investoren aus dem Ölmarkt zurückziehen.

Die Lage bleibt also bis auf weiteres ambivalent.

Disclaimer

Die Daten, Mitteilungen und sonstigen Angaben, die auf dem Portal zu finden sind, dienen ausschließlich Informationszwecken. Alle Informationen und Daten stammen aus Quellen, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung nach presserechtlichen Gesichtspunkten als zuverlässig wahrgenommen wurden. Für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird keinerlei Haftung oder Garantie übernommen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die auf Investors-Research angebotenen Informationen und Nachrichten sind zu keinem Zeitpunkt als auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatungen anzusehen. Die maßgeblichen Informationen können bei den herausgebenden Emittenten angefordert werden. Eine Haftung für Schäden aufgrund von Handlungen, die ausgehend von den auf dieser oder einer der nachfolgenden Seiten enthaltenen Informationen vorgenommen werden, entfällt.

May 4, 2020

Ölpreisschock aus heiterem Himmel?

Wie es nun weitergeht mit dem schwarzen Gold

Das hat die Welt noch nie gesehen: Die Preise für Erdöl sind in den vergangenen Wochen so stark eingebrochen wie zu keinem Zeitpunkt jemals zuvor. Dann setzte unvermittelt ein gewaltiger Rebound ein, nur um anschließend wieder neue Tiefs zu testen, an denen man wieder ab prallte. Die Volatilität erreicht momentan historische Bewertung Stände, die Nervosität ist mit Händen zu greifen.

Über allem schwebt aktuell die Angst, dass das globale Überangebot an Öl so groß ist, dass die Lager überschwappen.

Wenn die Notierung deshalb massiv einbricht, sind selbstverständlich viele Shorties am Werk, die sich irgendwann eindecken müssen. Dann schießt der Kurs temporär nach oben- aber ist das nachhaltig? Die Lockdowns auf der ganzen Welt haben den globalen Verbrauch schlagartig einbrechen lassen: nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur um fast 30 Prozent

Zugleich war das Ölangebot zuletzt ausgesprochen hoch, weil sich Staaten wie Saudi-Arabien und Russland einen Preiskrieg geliefert haben. Die Saudis etwa haben bewusst mehr Öl produziert, um ihren Marktanteil zu erhöhen und Konkurrenten in den Bankrott zu treiben.

Das Öl gerät also gleich aus zwei signifikanten Gründen erheblich unter Druck, und nur ein Argument hat mit der Corona-Pandemie zu tun.

Es sind enorme Mengen Öl auf den Markt gekommen, die niemand braucht und entsprechend sind die Preise schon in den vergangenen Wochen eingebrochen. Hinzu kommt derzeit: viele Produzenten können aus technischen Gründen nicht ohne weiteres die Förderung herunter- und später wieder hochfahren. Also haben sie einfach weiterproduziert. Und so werden nun die Lager knapp: ganz besonders in Amerika! Das hat am Terminmarkt Ängste ausgelöst, dass es bald kein Lager mehr für das überflüssige Öl geben wird – und so verlangen diejenigen, die das Öl noch lagern können, jetzt Geld dafür.

Dieses Phänomen ist bislang aber nur in den USA aufgetreten. Noch gibt es weltweit Lagerkapazitäten, und die großen Ölförderer Opec, Russland und USA haben vergangene Woche vereinbart, ihre Produktion von Mai an stark zu kürzen. Möglicherweise reicht das, um einen weiteren infernalischen Einbruch beim Öl zu verhindern. Sicher ist dies aber nicht.

Trotzdem sind schon heute dramatische Auswirkungen auf Länder erkennbar, die eine hohe Abhängigkeit vom Ölverkauf haben. Nigeria bestreitet  über 80% seiner Exporteinnahmen mit Öl. Der Iran, der von den US-Sanktionen und der Corona-Pandemie stark betroffen ist, ebenfalls. Massive ökonomische Verwerfungen werden auch aus Venezuela, Libyen, Russland berichtet. Und in den USA gibt es schon jetzt mehr als 50.000 Entlassungen in der Ölbranche. Dabei stehen wir offenbar erst am Beginn  einer singulären Krise.

Eigentlich müsste der Ölpreis dennoch wieder nach oben laufen. Die international vereinbarten Fördermengenkürzungen dürften mittelfristig ihre Wirkung nicht verfehlen.
In den USA wirft Präsident Trump immer häufiger eine schnelle Wiedereröffnung der Volkswirtschaft in den Diskussionsraum. Das sollte deutlich den Verbrauch zu erhöhen helfen- und damit die Preise zumindest stabilisieren.

Händler verweisen aber auch auf eine zuletzt wieder verschärfte Rhetorik des US-Präsidenten in Richtung China wegen der Corona-Krise. Das habe Sorgen mit Blick auf eine drastische Verschärfung des Handelskonflikts genährt. Ein erneuter Handelskonflikt könnte die Weltwirtschaft belasten und die Nachfrage nach Rohöl zusätzlich dämpfen. Zudem würden sich weiterhin institutionelle Investoren aus dem Ölmarkt zurückziehen.

Die Lage bleibt also bis auf weiteres ambivalent.

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May 4, 2020

Ölpreisschock aus heiterem Himmel?

Wie es nun weitergeht mit dem schwarzen Gold

Das hat die Welt noch nie gesehen: Die Preise für Erdöl sind in den vergangenen Wochen so stark eingebrochen wie zu keinem Zeitpunkt jemals zuvor. Dann setzte unvermittelt ein gewaltiger Rebound ein, nur um anschließend wieder neue Tiefs zu testen, an denen man wieder ab prallte. Die Volatilität erreicht momentan historische Bewertung Stände, die Nervosität ist mit Händen zu greifen.

Über allem schwebt aktuell die Angst, dass das globale Überangebot an Öl so groß ist, dass die Lager überschwappen.

Wenn die Notierung deshalb massiv einbricht, sind selbstverständlich viele Shorties am Werk, die sich irgendwann eindecken müssen. Dann schießt der Kurs temporär nach oben- aber ist das nachhaltig? Die Lockdowns auf der ganzen Welt haben den globalen Verbrauch schlagartig einbrechen lassen: nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur um fast 30 Prozent

Zugleich war das Ölangebot zuletzt ausgesprochen hoch, weil sich Staaten wie Saudi-Arabien und Russland einen Preiskrieg geliefert haben. Die Saudis etwa haben bewusst mehr Öl produziert, um ihren Marktanteil zu erhöhen und Konkurrenten in den Bankrott zu treiben.

Das Öl gerät also gleich aus zwei signifikanten Gründen erheblich unter Druck, und nur ein Argument hat mit der Corona-Pandemie zu tun.

Es sind enorme Mengen Öl auf den Markt gekommen, die niemand braucht und entsprechend sind die Preise schon in den vergangenen Wochen eingebrochen. Hinzu kommt derzeit: viele Produzenten können aus technischen Gründen nicht ohne weiteres die Förderung herunter- und später wieder hochfahren. Also haben sie einfach weiterproduziert. Und so werden nun die Lager knapp: ganz besonders in Amerika! Das hat am Terminmarkt Ängste ausgelöst, dass es bald kein Lager mehr für das überflüssige Öl geben wird – und so verlangen diejenigen, die das Öl noch lagern können, jetzt Geld dafür.

Dieses Phänomen ist bislang aber nur in den USA aufgetreten. Noch gibt es weltweit Lagerkapazitäten, und die großen Ölförderer Opec, Russland und USA haben vergangene Woche vereinbart, ihre Produktion von Mai an stark zu kürzen. Möglicherweise reicht das, um einen weiteren infernalischen Einbruch beim Öl zu verhindern. Sicher ist dies aber nicht.

Trotzdem sind schon heute dramatische Auswirkungen auf Länder erkennbar, die eine hohe Abhängigkeit vom Ölverkauf haben. Nigeria bestreitet  über 80% seiner Exporteinnahmen mit Öl. Der Iran, der von den US-Sanktionen und der Corona-Pandemie stark betroffen ist, ebenfalls. Massive ökonomische Verwerfungen werden auch aus Venezuela, Libyen, Russland berichtet. Und in den USA gibt es schon jetzt mehr als 50.000 Entlassungen in der Ölbranche. Dabei stehen wir offenbar erst am Beginn  einer singulären Krise.

Eigentlich müsste der Ölpreis dennoch wieder nach oben laufen. Die international vereinbarten Fördermengenkürzungen dürften mittelfristig ihre Wirkung nicht verfehlen.
In den USA wirft Präsident Trump immer häufiger eine schnelle Wiedereröffnung der Volkswirtschaft in den Diskussionsraum. Das sollte deutlich den Verbrauch zu erhöhen helfen- und damit die Preise zumindest stabilisieren.

Händler verweisen aber auch auf eine zuletzt wieder verschärfte Rhetorik des US-Präsidenten in Richtung China wegen der Corona-Krise. Das habe Sorgen mit Blick auf eine drastische Verschärfung des Handelskonflikts genährt. Ein erneuter Handelskonflikt könnte die Weltwirtschaft belasten und die Nachfrage nach Rohöl zusätzlich dämpfen. Zudem würden sich weiterhin institutionelle Investoren aus dem Ölmarkt zurückziehen.

Die Lage bleibt also bis auf weiteres ambivalent.

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